
Populating No Man's Land: Economic Concepts of Ownership under Communism
Dieser Sammelband eröffnet die neue Reihe Revisiting Communism: Collectivist Economic Thought in Historical Perspective konzentriert sich auf die Konzepte des Eigentums, den Eckpfeiler der politischen Ökonomie in Gesellschaften sowjetischen Typs. Das Hauptziel der Autoren besteht darin, einen Beitrag zu dem noch immer ungeschriebenen Kapitel über den Kollektivismus in den Geschichtsbüchern des modernen Wirtschaftsdenkens zu leisten.
Sie zeichnen die langwierige Entwicklung der wirtschaftlichen Ideen zur Reform des Eigentums im Kommunismus nach, die von der Doktrin der totalen Verstaatlichung zu Projekten der moderaten Privatisierung in acht Ländern Osteuropas und Chinas führte. Die vergleichende Analyse beleuchtet die unermüdlichen Versuche reformorientierter Ökonomen in den kommunistischen Ländern, das Niemandsland des "gesellschaftlichen Eigentums" mit quasi-privaten Wirtschaftsakteuren wie Gremien der Arbeiterselbstverwaltung und Managern staatlicher Unternehmen zu besiedeln. Lange Zeit ging man davon aus, dass diese die kommunistische Nomenklatura aus ihrer eigentlichen Eigentümerposition verdrängen würden, ohne den Vorrang der kollektiven Eigentumsrechte in Frage zu stellen.
Die Tatsache, dass selbst die radikalsten Reformer erst am Vorabend der Revolutionen von 1989 zu dem Schluss kamen, dass solche Surrogateigentümer nicht in der Lage sein würden, die Macht der herrschenden Elite zu brechen, zeigt die immense Kraft kollektivistischer Ideen. Die Autoren prägen den Begriff "Kollektivismusfalle", um diejenigen zu warnen, die heute Verstaatlichung oder andere Formen nicht-privaten Eigentums fordern: Es ist ziemlich leicht, selbst mit den besten Absichten, in diese Falle zu tappen, aber es kann lange Jahrzehnte dauern, aus ihr auszubrechen.