
Brave New Hungary: Mapping the System of National Cooperation
Brave New Hungary konzentriert sich auf den Aufstieg eines "schönen neuen" antiliberalen Regimes unter der Führung von Viktor Orb n, der im letzten Jahrzehnt entscheidend zur Umwandlung einer schlecht geführten liberalen Demokratie in eine gut organisierte autoritäre Herrschaft an der Grenze zur Autokratie beigetragen hat.
Der aufstrebende Kapitalismus in Ungarn nach 1989, das einst stolz darauf war, den osteuropäischen Wettlauf um den Anschluss an den Westen zu gewinnen, hat sich zu einem zurückgezogenen, etatistischen, national-populistischen System entwickelt, das die Beobachter an seine kommunistischen und vorkommunistischen Vorgänger erinnert. Jenseits der Selbstbeschreibung des Orb n-Regimes, die seinen christlich-konservativen und illiberalen Charakter hervorhebt, schlagen die Autoren, führende Experten für ungarische Politik, Geschichte, Gesellschaft und Wirtschaft, neue Wege vor, um den drastischen Niedergang der Rechtsstaatlichkeit in einem EU-Mitgliedstaat zu verstehen.
Ihre Fallstudien decken entscheidende Bereiche der neuen autoritären Macht ab, von ihren historischen Wurzeln und verfassungsrechtlichen Eigenschaften bis hin zur Medien- und Sozialpolitik. Der Band stellt das ungarische "System der nationalen Zusammenarbeit" eher als ein allgegenwärtiges, aber in vielerlei Hinsicht improvisiertes und anfälliges Experiment der Sozialtechnik dar, denn als eine Reihe ausgereifter und unumkehrbarer Institutionen. Die Originalität dieser dystopischen "neuen Welt" ergibt sich nicht aus dem Übergang zu autoritärer Kontrolle an sich, sondern aus der Pluralität ihrer Bedeutungen.
Es kann als ein Simulakrum betrachtet werden, das verschiedenen Betrachtern unterschiedliche Bilder zeigt und sich durch seine Post-Wahrheit-Variabilität selbst perpetuiert. Anstatt das derzeitige ungarische Regime als Ergebnis eines einzigartigen Masterplans eines zynischen politischen Unternehmers zu pathologisieren, zeigen die Autoren die transnationale Dynamik des Rückfalls auf - eine Warnung für andere Länder, die unter vergleichbaren Sackgassen der liberalen Demokratie leiden.