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The Bible Twice Denied: A Cure for the Continuing Collapse of Christian Influence
DIE BIBEL Zweimal verleugnet gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil beginnt mit einer Skizze von Luthers Auslegung des Paulus.
Paulus' negative Anthropologie, die Hilflosigkeit des Menschen: "Ich kann wollen, was recht ist, aber ich kann es nicht tun"; Paulus' Glaube an dämonische Mächte, "wir kämpfen nicht mit Fleisch und Blut, sondern mit den geistlichen Heerscharen der Bosheit, den Weltbeherrschern dieser gegenwärtigen Finsternis"; Paulus' Beharren darauf, dass die Sünde nicht eine Handlung, sondern eine Invasion ist, ein Zustand der Knechtschaft, "nicht mehr ich bin es, der sie tut, sondern die Sünde, die in mir wohnt", oder, wie das Augsburger Bekenntnis es definierte, "eine Krankheit des Ursprungs". Der erste Teil endet mit dem Konzil von Trient, der katholischen Widerlegung des Augsburger Bekenntnisses. Die Antwort ist verblüffend: Luthers Auslegung von Paulus wird als richtig, aber irrelevant bestätigt.
Ja, Paulus sah Sünde als einen Zustand, nicht als eine Handlung, aber die Kurie hat Paulus nie als maßgebend akzeptiert.
Die letzte Autorität lag nicht in der Bibel, sondern in den in der Kirche vorherrschenden Meinungen. Diese erste Leugnung der Bibel war nützlich.
Sie stärkte die Überzeugung der Reformatoren. Selbst ihre Gegner waren sich einig, dass ihre Sicht der Schrift richtig war. Sie konnten sich auf die Seite der Propheten stellen: "So spricht der Herr" Die zweite Leugnung der Bibel kam von Anhängern, nicht von Gegnern.
Ein lutherischer Professor bestand darauf, dass die negative Anthropologie des Paulus, das Bild vom Menschen als hilflosem Eindringling, archaisch und antiquiert sei und aufgegeben werden müsse. Die Heilige Schrift müsse umgeschrieben werden. Die Sprache und die Logik dieser zweiten Leugnung waren dieselben wie in Trient.
Doch wo Trient die Reformatoren anspornte, ließ die Entmythologisierung ihnen die Luft ab. Die Kirche verlor ihren Anker.
Die Schrift wurde nicht umgeschrieben, sondern verworfen. Die Autorität der Bibel wurde aufgegeben. Geschätzte Traditionen waren verwirkt.
Der Protestantismus geriet ins Wanken.
Im letzten Drittel des Buches wird zunächst der durch die Entmythologisierung verursachte Schaden aufgezeigt, dann aber ein Heilmittel angeboten, ein Weg zur Wiederherstellung der Kraft der ursprünglichen Kirche. Teile des Buches erreichen das Niveau von Pulitzer-Preis-gekrönter Prosa. Kapitel zwei, die Konfrontation von Luther und Tetzel, ist dramatisch.
Kapitel sechs, Luthers Verurteilung in Worms, wurde noch nie so ergreifend erzählt. Die Kapitel, in denen die optimistische Anthropologie beschrieben wird, die sowohl in Trient als auch während der zweiten Verleugnung vorherrschte, sind klassisch. Dieses Buch ist "ein Heilmittel für den anhaltenden Zusammenbruch des christlichen Einflusses", der das Hauptproblem unserer Zeit ist.