Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 6 Stimmen.
The Dionysian Mystical Theology
Die dionysische mystische Theologie führt in die pseudodionysische mystische Theologie ein und gibt Einblicke in die wichtigsten Phasen ihrer Auslegung und kritischen Rezeption im Laufe der Jahrhunderte. Im ersten Teil wird der schwer fassbare Miniaturaufsatz des Areopagiten, Die Mystische Theologie, Satz für Satz vollständig zitiert und kommentiert.
Sein kryptischer Inhalt wäre ohne einen vernünftigen Verweis auf den Rest des dionysischen Korpus fast undurchschaubar: Die göttlichen Namen, Die himmlische Hierarchie, Die kirchliche Hierarchie, und die zehn Briefe. Von besonderer Bedeutung ist der dionysische Gebrauch von Negationen in einer apophatischen Theologie, die die Transzendenz Gottes jenseits menschlicher Worte und Begriffe anerkennt. Im zweiten Teil werden die Etappen der Rezeption und Kritik dieses griechischen Korpus und Themas skizziert: erstens die ursprüngliche Einleitung und die Randbemerkungen (Scholia) des Johannes von Skythopolis aus dem sechsten Jahrhundert; zweitens die frühe lateinische Übersetzung und der Kommentar des Karolingers Eriugena aus dem neunten Jahrhundert und der Kommentar des Pariser Hugo von St.
Victor aus dem zwölften Jahrhundert; und drittens die kritische Reaktion und der Widerstand Martin Luthers während der Reformation. Abschließend wird die dionysische Apophatik neben anderen Formen negativer Theologie im Lichte des modernen und postmodernen Interesses an diesem Thema vorgestellt.