
Decolonising the Intellectual - Politics, Culture, and Humanism at the End of the French Empire
Die frankophonen Intellektuellen, die im Vorfeld der Entkolonialisierung schrieben, standen vor einem unlösbaren Dilemma.
Wie konnten sie ihre Kultur und die „Menschlichkeit“, die ihnen ihrer Meinung nach durch das koloniale Projekt verwehrt worden war, neu definieren, ohne das französische Denken, von dem sie geprägt waren, zu reproduzieren? Persönlichkeiten wie Senghor, C� saire, Fanon, Amrouche, Feraoun und Kateb waren alle in der französischen Kultur und Sprache erzogen worden, ja in sie eingetaucht. Dennoch mischten sie sich mit Nachdruck in die politischen Debatten um die Entkolonialisierung ein und versuchten, als Geste des Widerstands gegen die anhaltende französische Präsenz zur Neuerfindung der lokalen Kulturen beizutragen.
Trotz ihrer zentralen Rolle in dieser Zeit des Umbruchs war ihr Projekt mit Spannungen behaftet, die den Schwerpunkt dieser Studie bilden. Insbesondere reflektierten diese Schriftsteller über das Verhältnis zwischen Universalität und Partikularität in der intellektuellen Arbeit und kämpften darum, die Fallen zu vermeiden, die mit einer Überinvestition in einen der beiden Bereiche verbunden sind. Sie alle lernten vom französischen humanistischen Denken der Metropole, waren jedoch bestrebt, diesen Humanismus immer wieder neu zu erfinden, um der kolonialen Erfahrung und Kultur Rechnung zu tragen.
Ihr Werk befasst sich auch mit der immer wiederkehrenden Frage nach dem Verhältnis zwischen Literatur bzw. Kultur und Politik und zeugt von einem intensiven Dialog und potenziellen Konflikt zwischen gegensätzlichen, aber komplementären Tätigkeitsbereichen.