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Inventing the Universe: Plato's Timaeus, the Big Bang, and the Problem of Scientific Knowledge
Eine parallele Untersuchung sowohl von Platons Timaios als auch des heutigen Standardmodells des Urknalls zeigt, dass jede mögliche wissenschaftliche Erkenntnis des Universums letztlich auf irreduziblen und nicht beweisbaren Behauptungen beruht. Diese sind Erfindungen des menschlichen Geistes. Das wissenschaftliche Wissen über das Universum besteht vollständig aus einer Reihe von Axiomen und Folgerungsregeln, die einem formalisierten System zugrunde liegen. Es gibt keine logische Beziehung zwischen der sinnlichen Wahrnehmung einer Welt des Werdens und dem formalisierten System von Axiomen, das als "wissenschaftliche Erklärung" bekannt ist.
Die "irrationale Kluft" zwischen Wahrnehmung und Erklärung lässt sich historisch bewerten und in drei Stufen identifizieren: Platons Timaios liefert das erste Beispiel für eine wissenschaftliche Theorie, die sich mit einem Bereich der Idealität befasst, der sich nicht aus der unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung ableiten lässt.
Das Modell des Urknalls konstituiert sich auf der Grundlage des rein geometrischen Begriffs der Symmetrie.
Und in der neueren Algorithmischen Informationstheorie offenbart die Analyse der rein symbolischen Sprache, die die physikalische Realität ausdrückt, den Grad der Komplexität einer jeden in dieser Sprache formulierten Theorie. Das Ergebnis ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Universum tatsächlich mit einfacher Mathematik übereinstimmt, gleich Null ist.
In einem formalen System enthält ein Satz mehr Informationen, als in der Menge der Axiome dieses Systems zu finden sind, und er bleibt unentscheidbar. In der Sprache von Aristoteles sind die Theoreme, die innerhalb eines theoretischen Modells bewiesen werden können, bereits potentiell in dem System der Axiome enthalten, das diesen Theoremen zugrunde liegt.