Bewertung:

Das Buch untersucht die Geschichte der allegorischen Interpretation von Mythen und zeichnet ihre Entwicklung von der mündlichen Überlieferung bis zur Renaissance nach. Obwohl es beeindruckende wissenschaftliche und kulturelle Erkenntnisse enthält, wird der Schreibstil als trocken und ohne Synthese oder Analyse kritisiert.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet eine detaillierte Geschichte der allegorischen Interpretationen der Mythologie. Es ist sowohl für allgemeine Leser als auch für Studenten zugänglich und schafft ein Gleichgewicht zwischen Klarheit und Tiefe. Das Kapitel über die Renaissance ist besonders aufschlussreich.
Nachteile:Der Titel mag irreführend sein, da der Schwerpunkt eher auf allegorischen Interpretationen liegt als darauf, wie Philosophen Mythen retteten. Die Prosa kann langweilig sein und es fehlt ihr an einer ansprechenden Analyse. Viele Leser werden den Inhalt weniger interessant finden, wenn sie nicht unbedingt den detaillierten historischen Kontext benötigen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
How Philosophers Saved Myths: Allegorical Interpretation and Classical Mythology
Diese Studie erklärt, wie die Mythen Griechenlands und Roms von der Antike bis zur Renaissance überliefert wurden. Luc Brisson argumentiert, dass die Philosophie ironischerweise dafür verantwortlich war, den Mythos vor der historischen Vernichtung zu retten.
Obwohl die Philosophie dem Mythos anfangs kritisch gegenüberstand, weil er nicht für wahr oder falsch erklärt werden konnte und weil er der Argumentation unterlegen war, wurde die Mythologie nach und nach durch allegorische Exegese wieder in die Philosophie eingegliedert. Brisson zeigt, in welchem Maße die Allegorie von den Philosophen verwendet wurde und wie sie es dem Mythos ermöglichte, im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Deutungssysteme anzunehmen: moralische, physische, psychologische, politische und sogar metaphysische. Wie die Philosophen die Mythen retteten beschreibt auch, wie die Allegorie in den ersten Jahren der Neuzeit einen eher religiösen Weg einschlug, der im Neuplatonismus eine größere Rolle spielen sollte.
Schließlich erklärt Brisson, wie diese Umarmung des Mythos von byzantinischen Denkern und Künstlern während des gesamten Mittelalters und der Renaissance fortgesetzt wurde. Nach dem Triumph des Christentums, so Brisson, mussten Mythen nicht mehr nur mit der Geschichte und der Philosophie übereinstimmen, sondern auch mit den Dogmen der Kirche.