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Women of the Vatican: Female Power in a Male World
Dieses lesenswerte und manchmal kontroverse Buch untersucht das Leben von Frauen, die im Laufe der Jahrhunderte persönlichen und inoffiziellen Einfluss im Vatikan hatten, und zeigt, wie sie verschiedene Päpste zu Entscheidungen gezwungen oder anderweitig beeinflusst haben, die sich auf das Ergebnis der päpstlichen Herrschaft ausgewirkt haben könnten. Zu den Frauen, die in diesem Buch besprochen werden, gehören Marozia, die die Geliebte von Papst Sergius III.
gewesen sein soll, der offenbar einen gewaltsamen Weg zur Macht hatte, und Vanozza dei Catanei, die die Geliebte von Alexander VI. (Rodrigo Borgia) war und ihm vier Kinder gebar. Rodrigo soll sich den Papsttitel durch Simonie erschlichen haben, und obwohl er viele einnehmende Eigenschaften besaß, konnte man seine Weltlichkeit und seine Entschlossenheit, die kirchlichen Vorschriften über Zölibat und Keuschheit zu missachten, nicht leugnen.
Das Buch zeigt, wie er sich dann eine Mätresse, Giulia Farnese, nahm, die ihren Einfluss nutzen konnte, um die Sache ihres Bruders, Alessandro Farnese, der später Papst Paul III.
werden sollte, zu fördern. Das Buch folgt einer Reihe bemerkenswerter und einflussreicher Frauen durch das 16., 17.
und 18. Jahrhundert, darunter Felice della Rovere, Katharina von Medici und Olimpia Pamfilii. Die Liste umfasst auch Königinnen wie Christina von Schweden, die auf ihren Thron verzichtete und nach Rom zog, Kaiserin Maria Theresia von Österreich und Kaiserin Katharina von Russland.
Obwohl die Skandale im 19. Jahrhundert abflauten, nimmt die Geschichte mit einer als Mutter Pasqualina bekannten Nonne wieder Fahrt auf, deren enge Beziehung zu Papst Pius XII. für viel Gesprächsstoff sorgte.
Spannend, kontrovers und manchmal erhellend, ist dieses Buch eine Erkundung der manchmal angespannten Beziehung der katholischen Kirche zu Frauen.