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The Secrets of Buddhist Meditation: Visionary Meditation Texts from Early Medieval China
In den frühen 400er Jahren reisten zahlreiche indische und zentralasiatische buddhistische "Meditationsmeister" (chanshi) nach China, wo sie die ersten dauerhaften Traditionen der buddhistischen Meditationspraxis in Ostasien begründeten. Die Formen der kontemplativen Praxis, die diese Missionare mitbrachten und die von ihren chinesischen Schülern weiterentwickelt wurden, bildeten über mehrere Jahrhunderte das Grundverständnis von "Meditation" (chan) in China.
Obwohl moderne Gelehrte und Leser seit langem mit den Meditationsansätzen der Chan (Zen)-Schule vertraut sind, die später in ganz Ostasien so populär wurden, wurden diese früheren und in gewisser Weise weiter verbreiteten Formen der Praxis lange übersehen oder ignoriert. Dieser Band präsentiert eine umfassende Studie des Inhalts und der historischen Entstehung sowie vollständige englische Übersetzungen von zwei der einflussreichsten Handbücher, in denen diese Ansätze der buddhistischen Meditation erörtert werden: die Schrift über die geheimen wesentlichen Methoden des Chan (Chan Essentials) und die geheimen Methoden zur Heilung der Chan-Krankheit (Methods for Curing). Diese Dokumente, die hier zum ersten Mal ins Englische übersetzt wurden, offenbaren eine ausgesprochen visionäre Form der buddhistischen Meditation, deren Ziel die Erlangung konkreter, symbolischer Visionen ist, die die Reinheit des Praktizierenden und seinen Fortschritt auf dem Weg zur Befreiung bezeugen.
Beide Texte sind "apokryphe" Schriften: Sie haben die Form von ins Chinesische übersetzten indischen buddhistischen Sutren, sind aber in Wirklichkeit neue Kompositionen, die in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts in China geschrieben oder zumindest zusammengestellt wurden. Obwohl sie in China verfasst wurden, reicht ihre historische Bedeutung über den ostasiatischen Kontext hinaus, da sie zu den frühesten schriftlichen Quellen überhaupt gehören, die bestimmte Informationen über buddhistische Meditation aufzeichnen, die bis dahin der mündlichen Überlieferung und der persönlichen Einweihung vorbehalten waren.
Insofern enthüllen sie in der Tat, wie ihre Titel behaupten, die "Geheimnisse" der buddhistischen Meditation. Durch sie werden wir Zeuge einer Kultur der buddhistischen Meditation, die weitgehend unbekannt geblieben ist, aber über viele Jahrhunderte hinweg in Nordindien, Zentralasien und China weit verbreitet war.