
The Global Challenge of Peace: 1919 as a Contested Threshold to a New World Order
In diesem Buch werden die Ereignisse des Jahres 1919 von unten betrachtet: die globale Unterseite des Wilson'schen Moments. Im Jahr 1919 zeichneten die Großmächte mit den Pariser Verträgen die Weltkarte neu und gründeten den Völkerbund in der Absicht, künftige Kriege zu verhindern.
Was jedoch oft übersehen wird, ist, dass das Jahr 1919 eine komplexe Schwelle zwischen Krieg und Frieden darstellte, die auf globaler Ebene ausgefochten wurde. Dieser Prozess begann bereits vor Kriegsende mit Meutereien, Arbeiter- und Verbraucherunruhen und Kolonialrevolten, erreichte aber 1919 seinen Höhepunkt. Am offensichtlichsten ist, dass die russischen Revolutionen von 1917 bis ins Jahr 1919 andauerten, das für das bolschewistische Regime ein entscheidendes Jahr war.
Während die Führer der Großmächte bekanntlich in ihren Pariser Hotelzimmern neue Staaten entwarfen, hatte die Staatsbildung auch eine populäre Dynamik. Die irische Republik wurde ausgerufen.
Afghanistan erlangte seine Unabhängigkeit. Arbeiterunruhen waren weit verbreitet. In diesem Jahr entstanden antikoloniale Aufstände und Bewegungen in den europäischen Kolonien und in den Metropolen Europas.
Empire, Ethnie-Unruhen im Vereinigten Königreich und während des "roten Sommers" in den USA, antikoloniale Bewegungen sowie ein wichtiger Moment der politischen Gleichberechtigung von Frauen, die jedoch von der Kriegsbevölkerung ausgeschlossen wurden. Das Jahr 1919 hat viele Spuren hinterlassen: der erste arabische Frühling mit dem Erwachen des Nationalismus im wilsonschen und bolschewistischen Kontext; der Moment (als Folge von Jallianwala Bagh), in dem Großbritannien endgültig seinen moralischen Anspruch auf Indien verlor; die endgültige Ankündigung der Präsenz der Schwarzen im Vereinigten Königreich; die große Umkehrung der Beteiligung von Frauen an qualifizierten Berufen; die erste faschistische Bewegung wurde gegründet.