
Mutinous Memories: A Subjective History of French Military Protest in 1919
Dieses Buch befasst sich mit der achtmonatigen Meutereiwelle, die 1919 die französische Infanterie und Marine heimsuchte. Die Revolte breitete sich von Frankreichs Intervention gegen die Sowjetunion über das Schwarze Meer bis ins Mittelmeer aus und führte schließlich zu Unruhen in den französischen Seehäfen. Den Meuterern drohten Kriegsgerichte, jahrelange Zwangsarbeit und die Todesstrafe.
Auf der Grundlage offizieller Aufzeichnungen und der Zeugenaussagen Dutzender Beteiligter ist dies die erste Studie, die versucht, die Welt der Meuterer zu verstehen. Sie untersucht ihre Worte auf die Spuren von Sinneswahrnehmungen, Emotionen und Denkprozessen und zeigt, dass das herkömmliche Verständnis der Meutereien als Folge von einfacher Kriegsmüdigkeit und niedriger Moral unzureichend ist. Vielmehr trennte eine emotionale Kluft die Offiziere von den Untergebenen, die einfach nicht dieselbe Sprache sprachen. Die Revolte war mit emotionalen Abläufen verbunden, die in einer tiefen Ambivalenz und einem Gefühl der Verzweiflung oder des Bedauerns endeten. Vor diesem Hintergrund untersucht das Buch, wie die Erinnerungen der Meuterer nach den Ereignissen angesichts der offiziellen Zensur, der Repression und der Kooptation der Meuterei durch die Kommunistische Partei Frankreichs weiterlebten.
Die Erinnerungen an die Meuterei werden Studenten und Wissenschaftler interessieren, die sich mit dem Ersten Weltkrieg und seinen umstrittenen Nachwirkungen befassen. Indem es die Meuterei in einen transnationalen Kontext stellt, trägt es dazu bei, dass 1919 zunehmend als das turbulenteste Jahr des zwanzigsten Jahrhunderts wahrgenommen wird.