
Classical Hollywood Narrative: The Paradigm Wars
Seit den 1970er Jahren wird die Filmwissenschaft von einem grundlegenden Paradigma beherrscht - dem Konzept des klassischen Hollywood-Kinos, d. h. der protagonistengesteuerten Erzählung, die dafür geschätzt wird, dass sie einen Abschluss findet, indem sie alle Rätsel, die sie aufwirft, sauber beantwortet. Es ist eine Form, die so mächtig ist, dass ihre ästhetischen Mittel die Geschlechterpositionen in der Gesellschaft verstärken. Die hier versammelten Aufsätze, in denen einige der innovativsten Theoretikerinnen und Theoretiker der Gegenwart zu Wort kommen, stellen dieses Paradigma in vielfältiger Weise in Frage.
In diesen Aufsätzen, die aus einer Sonderausgabe der Zeitschrift South Atlantic Quarterly (Frühjahr 1989) hervorgegangen sind, wird das Ausmaß, in dem der Formalismus die Filmtheorie weiterhin dominiert, hinterfragt, die Rolle des Melodrams in der Entwicklung des Kinos überdacht, der Begriff des "patriarchalen Kinos" revidiert und die Bedeutung von Fernsehen und Video für die Filmwissenschaft betont. Die Themen reichen von den Filmen von D. W. Griffith über Sexualität im Avantgardefilm bis hin zu Dynasty im Fernsehen.
Mitwirkende. Rick Altman, Richard Dienst, Jane Feuer, Jane Gaines, Christine Gledhill, Miriam Hansen, Norman N. Holland, Fredric Jameson, Bill Nichols, Janey Staiger, Chris Straayer, John O. Thompson.