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The Bodies of God and the World of Ancient Israel
In The Bodies of God and the World of Ancient Israel (Die Körper Gottes und die Welt des alten Israel) untersucht Benjamin D. Sommer die Vorstellung von Körper und Selbst einer Gottheit im alten Israel, Kanaan und Mesopotamien.
Er deckt eine verlorene altorientalische Vorstellung von Göttlichkeit auf, der zufolge ein wesentlicher Unterschied zwischen Göttern und Menschen darin bestand, dass Götter mehr als einen Körper und ein fließendes, unbegrenztes Selbst hatten. Obwohl die vorherrschenden Strömungen der biblischen Religion dies ablehnten, findet sich in einigen biblischen Texten eine monotheistische Version dieser theologischen Intuition. Spätere jüdische und christliche Denker übernahmen diese alte Denkweise; Ideen wie die Sefirot in der Kabbala und die Trinität im Christentum stellen eine späte Version dieser Theologie dar.
Dieses Buch zwingt uns, die Unterscheidung zwischen Monotheismus und Polytheismus zu überdenken, da diese Vorstellung von der göttlichen Fluidität sowohl in polytheistischen (Babylonien, Assyrien, Kanaan) als auch in monotheistischen Kulturen (biblische Religion, jüdische Mystik, Christentum) anzutreffen ist, während sie in einigen polytheistischen Kulturen (klassisches Griechenland) nicht vorhanden ist. The Bodies of God and the World of Ancient Israel hat wichtige Auswirkungen nicht nur auf die Bibelwissenschaft und die vergleichende Religionswissenschaft, sondern auch auf den jüdisch-christlichen Dialog.