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The Culture of Diagram
In The Culture of Diagram geht es um visuelles Denken. Das Buch erkundet ein Terrain, in dem Worte auf Bilder und Formeln auf Zahlen treffen, und stellt Diagramme als Werkzeuge in den Vordergrund, mit denen diese Grenzen verwischt werden können, um sich auf die Produktion von Wissen als Prozess zu konzentrieren.
Es skizziert eine Geschichte der Konvergenz verschiedener Datenströme in Echtzeit: von den Druckmedien des 18. Jahrhunderts und den diagrammatischen Verfahren in Diderots Enzyklopädie bis zu den Gemälden von Jacques-Louis David und den mathematischen Geräten, die die unsichtbaren Welten der Quantenphysik offenlegen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Prozess der Korrelation, der den Betrachter zur Teilnahme einlädt, indem er Vorstellungssprünge hervorruft, um Lücken in Daten, Gleichungen oder Empfindungen zu füllen.
Dieses Buch zeichnet Praktiken nach, die sowohl Lockes klaren und eindeutigen Ideen als auch Newtons Kausalität zuwiderliefen - Praktiken, die durch Kalkül, Wahrscheinlichkeiten und Protokolle der Datenerfassung erheblich erweitert wurden. Die heutigen digitalen Technologien beruhen auf der Fähigkeit von Hochgeschwindigkeitsrechnern, Fehler bei der Rückgabe von Binärdaten an das menschliche Sensorium zu korrigieren.
Hightech-Diagramme erinnern an die visuellen Strukturen der Enzyklopädie, indem sie Pakete unterschiedlicher Daten in digitalen Räumen anstelle von weißem Papier anordnen. Die Kultur des Diagramms brach mit den Gewissheiten der Wissenschaft des 18.
Jahrhunderts, um die Bandbreite menschlicher Erfahrung zu erweitern. Indem sie über Disziplinen und Diskurse hinweg sprechen, rücken Bender und Marrinan unsere Modernität in ein neues und aufschlussreiches Licht.