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Ends of Rhetoric: History, Theory, Practice
Die Disziplin der Rhetorik - die durch eine Vielzahl von Neuformulierungen an die spezifischen Anforderungen der griechischen, römischen, mittelalterlichen und Renaissance-Gesellschaften angepasst wurde - dominierte mehr als zweitausend Jahre lang die europäische Bildung und den öffentlichen und privaten Diskurs. Das Ende der Vorherrschaft der klassischen Rhetorik wurde durch eine Kombination sozialer und kultureller Veränderungen herbeigeführt, die zwischen dem siebzehnten und neunzehnten Jahrhundert stattfanden.
Parallel zum Theorieboom der letzten Jahrzehnte ist die Rhetorik wieder in den Mittelpunkt der Diskussion in den Geistes- und Sozialwissenschaften gerückt. Rhetorische Forschung, wie sie heute gedacht und praktiziert wird, findet in einer interdisziplinären Matrix statt, die Philosophie, Linguistik, Kommunikationswissenschaft, Psychoanalyse, Kognitionswissenschaft, Soziologie, Anthropologie und politische Theorie einbezieht. Die Rhetorik ist heute ein Studienbereich ohne anerkannte Gewissheiten, ein Gebiet, das noch nicht in thematische Unterteilungen parzelliert ist, ein Diskursmodus, der sich an keine festen Protokolle hält. Es ist ein lautes Feld im kybernetischen Sinne des Wortes: ein fruchtbarer Boden für kreative Innovation.
Dieser Band verkörpert den interdisziplinären Charakter der Rhetorik. Die Aufsätze stützen sich auf weitreichende konzeptionelle Ressourcen und verbinden historische, theoretische und praktische Gesichtspunkte. Die Autoren entwickeln eine Vielzahl von Perspektiven auf die zentralen Konzepte der rhetorischen Theorie, auf die Arbeit einiger ihrer wichtigsten Vertreter und auf die Brüche und Kontinuitäten ihrer Geschichte. Das thematische Spektrum ist breit gefächert und reicht von der griechischen Polis bis zur multiethnischen Stadt im modernen Amerika, von Aristoteles bis zum Poststrukturalismus, von Fragen der figuralen Sprache bis zu Problemen der Überzeugung und Interaktion. Aber ein gemeinsames interdisziplinäres Interesse zieht sich durch alle Aufsätze: das Bemühen, Rhetorik innerhalb der zeitgenössischen epistemologischen Situation neu zu denken. In diesem Sinne eröffnet das Buch neue Möglichkeiten für die Forschung innerhalb der Humanwissenschaften.