Bewertung:

The Fate of Women's Traditions about Paul von Dennis Ronald MacDonald untersucht die Erzählungen um den Apostel Paulus und die Apostelgeschichte von Paulus und Thekla, insbesondere im Kontext der frühchristlichen Geschlechterdynamik. MacDonald argumentiert für die Bedeutung dieser Traditionen, die inmitten der patriarchalischen Normen des frühen Christentums eine eher frauenfreundliche Perspektive bieten. Das Buch nutzt die Volkskunde, um die mündlichen Überlieferungen und ihre Bedeutung für das Verständnis frühchristlicher Texte zu analysieren.
Vorteile:⬤ Bietet einen faszinierenden und zum Nachdenken anregenden Blick auf das Leben und Wirken des Paulus.
⬤ Beleuchtet die Geschlechterpolitik in der frühen Kirche und erforscht die Rolle und Traditionen der Frauen.
⬤ Nutzt die Volkskunde, um eine einzigartige Perspektive auf mündliche Überlieferungen zu bieten.
⬤ Fesselnde und gut lesbare wissenschaftliche Erzählung.
⬤ Erörtert den kulturellen Kontext des frühen Christentums auf effektive Weise.
⬤ Einige Leser könnten der Meinung sein, dass MacDonald zu viel Vertrauen in die Unterscheidung zwischen mündlichen und schriftlichen Überlieferungen setzt.
⬤ Die Konzentration auf nur ausgewählte Episoden aus der Paulus-Akte kann die breitere Analyse einschränken.
⬤ Es bleiben Fragen über das Fehlen von Kontroversen in der Paulus-Akte angesichts der beschriebenen Intensität des Kampfes mit den Pastoralen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
The Legend and the Apostle: The Battle for Paul in Story and Canon
Der Apostel Paulus - antifeministischer Konformist oder sozialer Radikaler? Indem er neutestamentliche Studien mit volkskundlichen Methoden kombiniert, um die wahre Identität des Paulus zu ergründen, wirft der Autor ein neues Licht auf die apokryphe "Apostelgeschichte des Paulus" und die Pastoralbriefe (1 und 2 Timotheus und Titus) des kanonischen Neuen Testaments.
Dennis Ronald MacDonald konzentriert sich besonders auf die Legende von Thekla, der Jungfrau und Märtyrerin, die von Paulus bekehrt und mit seinem Segen zur christlichen Lehrerin wurde. Diese Nutzung von Frauen, die Bejahung des Zölibats und die Feindseligkeit gegenüber dem Staat waren Haltungen des Paulus, die in den Legenden zum Ausdruck kamen, die mündlich überliefert und dann in die "Paulus-Akte" aufgenommen wurden. MacDonald argumentiert, dass der Verfasser der Pastoralbriefe von den Legenden wusste und unter dem Namen des Paulus schrieb, um sie zu bekämpfen. Das Ergebnis: ein komplizierter Paulus, ein immer noch ungelöster Kampf um seine Botschaft.
Mit diesem Buch werden die Legenden um den Apostel aus der Vergessenheit geholt und in die paulinische Tradition eingeordnet. Sie wurden in den Tagen des frühen Christentums formuliert und durch die Jahrhunderte überliefert. Sie werfen ein neues Licht auf Paulus' Ansichten über die Ordination von Frauen, die Formen der christlichen Gemeinschaft und die Bedeutung des Evangeliums für Politik, Gesellschaft und Sexualität.