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Descendants of Aztec Pictography: The Cultural Encyclopedias of Sixteenth-Century Mexico
Nach der spanischen Eroberung Mexikos im 16. Jahrhundert taten sich spanische Mönche und Behörden mit einheimischen Herrschern und Gelehrten zusammen, um detaillierte Informationen über die Geschichte, den religiösen Glauben und die Kultur der Azteken zu sammeln.
Die von ihnen erstellten Bildbände dienten den Spaniern als Hilfsmittel für die Evangelisierung und die Regierungsführung, doch ihr Inhalt stammte von den einheimischen Intellektuellen, Malern und Schriftstellern, die an ihrer Erstellung beteiligt waren. Die herausragende lateinamerikanische Kunsthistorikerin Elizabeth Hill Boone untersucht anhand der neun wichtigsten erhaltenen Texte, wie indigene Künstler und Schriftsteller ihre angestammte Kultur dokumentierten. Indem sie die Texte als ein einheitliches Korpus analysiert, zeigt Boone, wie sie europäische und indigene Dokumentationstraditionen miteinander verbanden, und untersucht Fragen nach Motiv, Autorschaft und Publikum.
Für die spanischen Behörden, so zeigt sie, enthüllten die Bücher die aztekische Ideologie und Praxis, während sie für die indigene Gemeinschaft verehrte bildliche Ausdrucksweisen sowie rhetorische und sprachliche Merkmale alter Diskurse bewahrten. In der ersten vergleichenden Analyse dieser Enzyklopädien wird in Descendants of Aztec Pictography untersucht, wie die gemalten Kompilationen künstlerische Traditionen von beiden Seiten des Atlantiks aufnahmen.