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The Scar That Binds: American Culture and the Vietnam War
Auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs war die amerikanische Gesellschaft so stark zersplittert, dass es den Anschein hatte, die Amerikaner könnten nie wieder gemeinsame Anliegen haben. Die Medien und andere Kommentatoren stellten die Auswirkungen des Krieges mit einer Vielzahl von rhetorischen Mitteln dar, insbesondere mit der emotional aufgeladenen Metapher der "Wunde, die nicht heilen wird".
In verschiedenen Zusammenhängen wurde auch immer wieder auf die Versuche der Veteranen verwiesen, eine "Stimme" zu finden und den Krieg "nach Hause" zu bringen. Nach und nach verwandelten ein selbstbewusstes und widerstandsfähiges amerikanisches Selbstbild und starke Eindrücke von kultureller Kollektivität den Vietnamkrieg in ein Mittel zur Aufrechterhaltung der nationalen Einheit. Heute wird der Krieg als eine geheilte Wunde dargestellt, der einst "zum Schweigen gebrachte" Veteran hat eine Stimme gefunden, und das amerikanische Zuhause hat die Auswirkungen des Vietnamkriegs verkraftet.
Die Narbe ist verheilt und verbindet die Amerikaner zu einer Einheit, die die durch den Krieg aufgedeckten Spaltungen, Verschiedenheiten und Unterschiede verleugnet. Auf diese Weise ist Amerika nun "über" Vietnam hinweg. In The Scar That Binds (Die Narbe, die verbindet) untersucht Keith Beattie die zentralen Metaphern des Vietnamkriegs und ihre Manifestationen in der amerikanischen Kultur und im Leben.
Dieses provokante Buch, das Geschichte und Kulturkritik in einem klaren Stil verbindet, erörtert eine Ideologie der Einheit, die durch weit verbreitete rhetorische und kulturelle Bezüge auf den Krieg entstanden ist. Eine Kritik dieser Ideologie zeigt drei dominante Themen auf, die in einer Reihe von Texten strukturiert sind: die "Wunde", "die Stimme" des Vietnamveteranen und "die Heimat". Die Analyse jedes Themas stützt sich auf eine Reihe von Quellen, darunter Film, Memoiren, Poesie, schriftliche und mündliche Überlieferung, Journalismus und politische Reden.
Im Gegensatz zu Studien, die sich mit der Darstellung des Krieges als Kampferfahrung befassen, eröffnet und untersucht The Scar That Binds einen unerforschten kritischen Raum, indem es sich auf die Auswirkungen des Vietnamkriegs auf die amerikanische Kultur konzentriert. Das Ergebnis ist eine höchst originelle und überzeugende Interpretation der Entwicklung einer Ideologie der Einheit in unserer Kultur.