
Reinventing the Tripitaka: Transformation of the Buddhist Canon in Modern East Asia
Der chinesische buddhistische Kanon ist eine systematische Sammlung aller übersetzten buddhistischen Schriften und verwandten Literaturen, die in Ostasien entstanden sind, und gilt als einer der "drei Schätze" der buddhistischen Gemeinschaften.
Trotz seiner unbestrittenen Bedeutung für die Geschichte des Buddhismus war die Erforschung dieser riesigen Sammlung bisher weitgehend den Buddhisten vorbehalten, die sich auf textliche und bibliografische Studien konzentrierten. Unser Ziel ist es daher, methodische Neuerungen einzuführen, um den Wandel des Kanons zu untersuchen, indem wir ihn in seinen modernen Kontext einordnen, der durch komplizierte Wechselwirkungen zwischen Ost und West sowie zwischen den Ländern Ostasiens gekennzeichnet ist.
In der Neuzeit wurde der chinesische buddhistische Kanon übersetzt, herausgegeben, digitalisiert und verdichtet sowie internationalisiert, angefochten und ritualisiert. Die bekannteste Errungenschaft dieser modernen Transformation ist die Zusammenstellung des Taisho-Kanons in den 1920er Jahren. Er ist zu einer Quelle sowohl der orthodoxen Lehre als auch der Kreativität geworden, und seine Bedeutung hat in dem Maße zugenommen, in dem die buddhistische Gelehrsamkeit und der Devotionalismus den Kanon für verschiedene Zwecke genutzt haben.
Es ist jedoch immer noch unklar, wie es zur Entstehung der modernen Ausgaben des buddhistischen Kanons in Ostasien kam. Dieser Band untersucht die wichtigsten und interessantesten Entwicklungen des chinesischen buddhistischen Kanons im modernen Ostasien, einschließlich der Kanonbildung, der Textstudien, der historischen Analysen, der religiösen Studien, der Erfindung von Ritualen und der digitalen Forschungsinstrumente und -methoden.