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The Paradise Garden Murals of Malinalco: Utopia and Empire in Sixteenth-Century Mexico
Das Tal von Malinalco in Mexiko, das lange Zeit für seine monolithischen aztekischen Tempel bekannt war, ist ein Mikrokosmos für die historischen Veränderungen, die in den Jahrhunderten vor und nach der spanischen Eroberung im 16. Insbesondere die 1974 im Augustinerkloster von Malinalco entdeckten Gartenfresken dokumentieren den Zusammenprall der europäischen Suche nach Utopie mit der Realität des kolonialen Lebens.
In dieser Studie untersucht Jeanette F. Peterson die Wandmalereien im Rahmen des doppelten Erbes der vorspanischen und europäischen Wandmalerei, um aufzuzeigen, wie die Wandmalereien die politischen und religiösen Ziele der spanischen Eroberer förderten und gleichzeitig eine Aufzeichnung präkolumbischer Rituale und Bilder bewahrten. Sie stellt fest, dass die in Malinalco und anderen Augustinerklöstern dargestellten utopischen Themen in eine religiöse und politische Ideologie eingebunden waren, die zum Teil die harten Realitäten der Kolonialpolitik gegenüber der einheimischen Bevölkerung verschleierte.
Jahrhunderts übertüncht wurden, deutet darauf hin, dass die "spirituelle Eroberung" scheiterte. Peterson argumentiert, dass die Einbeziehung einheimischer Merkmale letztlich dazu beitrug, die Orthodoxie der christlichen Botschaft zu untergraben.
Sie ordnet die Bildsprache der Wandmalereien in die präkolumbianische Tradition der Tlacuilo (Schreiber-Maler) ein, zeichnet eine "Sahag n-Verbindung" zwischen den Wandmalern von Malinalco und den einheimischen Künstlern der Franziskanerschule von Tlatelolco nach und untersucht die Wandmalerei als künstlerische Antwort auf die Akkulturation. Das Buch ist mit 137 Schwarz-Weiß-Abbildungen, darunter Fotografien und Strichzeichnungen, wunderschön illustriert.
Für jeden, der sich für die Begegnung zwischen der europäischen und der indianischen Kultur interessiert, ist es eine unverzichtbare Lektüre.