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The Perversion of Autonomy: Coercion and Community in a Liberal Society
Moderne psychologische und politische Theorie treffen in dieser kraftvollen Neubewertung von Amerikas widersprüchlicher und manchmal gefährlicher Sucht nach Individualismus frontal aufeinander. Die Bestsellerautorin Gaylin und der Co-Autor Jennings untersuchen die umstrittenen Schnittpunkte von Interdependenz und Autonomie, Rechten und öffentlicher Verantwortung. Sie untersuchen den schmerzhaften Abrieb, der zwischen Amerikas Tradition der persönlichen Freiheit und Privatsphäre und den immer noch wertvollen, wenn auch fast verschwindenden Idealen der Aufopferung und sozialen Ordnung entsteht.
Unsere gegenwärtige Kultur der Autonomie - die sowohl von den Liberalen auf der Linken als auch von den Libertären auf der Rechten vertreten wird - basiert auf der Idee der Rationalität als Motivation für menschliches Verhalten. Die Autoren erinnern uns jedoch daran, dass Menschen nicht einfach nur rationale Wesen sind - Appelle an die Emotionen sind immer weitaus wirksamer als logische Argumente, um unser Verhalten zu ändern.
Diese zeitgemäße Ausgabe enthält ein neues Vorwort, durchgängig aktualisierte Beispiele und Illustrationen sowie neue Berichte über zeitgenössische Sozialkritiker und ihre Arbeit seit der Veröffentlichung der ersten Ausgabe. Zwei wesentliche neue Kapitel, eines über die Bewegung, auf lebenserhaltende Behandlung zu verzichten, und das andere über ärztlich assistierten Suizid, verdeutlichen die Argumente der Autoren besonders. Anhand dieser und zahlreicher anderer Beispiele - mit besonderem Schwerpunkt auf dem Zustand des amerikanischen Gesundheitswesens - zeigen Gaylin und Jennings, dass die Gesellschaft nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, gelegentlich Angst, Scham und Schuldgefühle hervorzurufen, um zu humanem Verhalten zu motivieren.
In einer Zeit, in der die Zahl der AIDS-Fälle wieder ansteigt, in der gefährliche Geisteskranke frei und unbehandelt umherwandern dürfen, in der Hunger und Armut in der reichsten Nation der Welt immer noch zu viele Menschen in ihrem Griff haben, ist dieses kontroverse Buch, das erheblich überarbeitet und erweitert wurde, notwendiger denn je. Wenn wir tatsächlich eine wirklich freie - und liberale - Gesellschaft bewahren und pflegen wollen, so schlagen die Autoren vor, können diese "Zwänge" für die Gesundheit und die Reife einer Nation unerlässlich sein, in der wir allzu oft unsere Augen abwenden und nicht sehen, dass unser Nachbar Schmerzen oder Probleme hat und unsere Hilfe braucht.