
The Post-Soviet Politics of Utopia: Language, Fiction and Fantasy in Modern Russia
In Russland werden jedes Jahr mehr als 700 „utopische“ Romane veröffentlicht. Diese Utopien - d.
h. Fantasy-Romane, Science-Fiction, Weltraumopern oder alternative Geschichtsschreibung - wollen nicht nur unterhalten, sondern drücken sehr reale russische Ängste aus: territoriale Größenvorstellungen, Verlust des imperialen Status oder die Verwandlung in eine „Kolonie“ des Westens. Die Autoren dieser innovativen Sammlung nutzen diese Erzählungen, um die politische Kultur und Identität des postsowjetischen Russlands neu zu untersuchen.
In den Kapiteln, die sich mit den Überschneidungen von Politik, Ideologien und Fantasien befassen, werden der anspruchsvolle literarische Mainstream (Autoren wie Wladimir Sorokin), die Massenliteratur zur Unterhaltung und Personen, die die Kluft zwischen Schriftstellern und Intellektuellen oder Ideologen überbrücken (Aleksandr Prochanow, zum Beispiel, der Chefredakteur der rechtsextremen russischen Zeitung Zavtra), zusammengeführt. Dabei wirft The Post-Soviet Politics of Utopia ein entscheidendes Licht auf eine Vielzahl von Debatten - einschließlich des Aufstiegs des Nationalismus, des Rechtspopulismus, des imperialen Revanchismus, der komplizierten Präsenz der Religion in der öffentlichen Sphäre und der Funktion der Sprache - und ist eine wichtige Lektüre für jeden, der sich für die gestiegene Bedeutung von Ideen, Mythen, alternativen Geschichten und Verschwörungstheorien im heutigen Russland interessiert.