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The Ruthless Critique of Everything Existing: Nature and Revolution in Marcuse's Philosophy of Praxis
Wie Marcuse uns hilft, die ökologische Krise des 21. Jahrhunderts zu verstehen
Nach 1968 war Herbert Marcuse für einige Jahre einer der berühmtesten Philosophen der Welt. Er wurde zum Gesicht der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule für eine Generation in Aufruhr. Sein Ruhm beruhte auf zwei bemerkenswerten Büchern: Eros und Zivilisation und Der eindimensionale Mensch. Diese beiden Bücher repräsentieren die utopischen Hoffnungen und dystopischen Ängste der damaligen Zeit.
In den 1960er und 70er Jahren fanden junge Menschen, die eine theoretische Grundlage für ihre Revolution suchten, diese in seinem Werk. Marcuse unterstützte nicht nur ihre Kämpfe gegen Imperialismus, Ethnie und Geschlechterdiskriminierung, er sah auch die weitreichenden Folgen der Zerstörung der natürlichen Umwelt voraus. Marcuses Marxismus wurde von Husserl und Heidegger, Hegel und Freud beeinflusst.
Diese eklektischen Quellen bildeten die Grundlage für eine originelle Kritik des fortgeschrittenen Kapitalismus, die sich auf die soziale Konstruktion von Subjektivität und Technologie konzentrierte. Marcuse stellte der "Eindimensionalität" der konformistischen Erfahrung die "neue Sensibilität" der Neuen Linken gegenüber. Die Bewegung wandte sich gegen eine Gesellschaft, die zwar "die Waren lieferte", aber mit ihrer zerstörerischen Wissenschaft und Technologie den Planeten verwüstete.
Eine sozialistische Revolution würde scheitern, wenn sie diese Instrumente nicht in Mittel zur Befreiung sowohl der Natur als auch der Menschen umwandeln würde. Dieses Bestreben ist heute im radikalen Kampf gegen den Klimawandel lebendig. Marcuse bietet theoretische Ressourcen für das Verständnis dieses Kampfes.