Bewertung:

Die Rezensionen zu diesem Buch heben die kritische Auseinandersetzung mit dem Glauben an den deterministischen Einfluss der Technologie hervor und fördern das Konzept der demokratischen Technologie als Mittel für soziale Reformen, während sie gleichzeitig einige gelegentliche Langeweile und Verzerrungen bei bestimmten Beispielen anmerken.
Vorteile:Bietet aufschlussreiche Kritik an deterministischen Ansichten über Technologie, erörtert demokratische Technologie als wertvolle Idee für soziale Reformen, nützlich für die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten zur Internetpolitik, als wichtig für Pädagogen und Philosophen.
Nachteile:Kann manchmal langweilig sein, weist bei bestimmten Beispielen, wie Minitel, eine lokale Voreingenommenheit auf.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Between Reason and Experience: Essays in Technology and Modernity
Ein führender Technikphilosoph fordert die demokratische Abstimmung der technischen Rationalität mit der Alltagserfahrung.
Die Technologien, Märkte und Verwaltungen der heutigen Wissensgesellschaft befinden sich in einer Krise. Wir sehen uns immer wiederkehrenden Katastrophen in allen Bereichen gegenüber: Klimawandel, Energieknappheit, wirtschaftlicher Zusammenbruch. Das System ist kaputt, trotz allem, was die Technokraten über Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft zu wissen vorgeben. Diese Probleme werden dadurch verschärft, dass mächtige Technologien heute unvorhersehbare Auswirkungen haben, die das tägliche Leben durcheinander bringen; die neuen Herren der Technik lassen sich von den Lehren der Erfahrung nicht bremsen und beschleunigen den Wandel bis zu dem Punkt, an dem die Gesellschaft in ständigem Aufruhr ist. In Zwischen Vernunft und Erfahrung legt der führende Technikphilosoph Andrew Feenberg ein Plädoyer für die Interdependenz von Vernunft - wissenschaftliches Wissen, technische Rationalität - und Erfahrung vor. Feenberg untersucht verschiedene Aspekte der verworrenen Beziehung zwischen Technologie und Gesellschaft aus der Perspektive der kritischen Theorie der Technologie, einem Ansatz, den er in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat. Feenberg verweist auf zwei Beispiele für demokratische Eingriffe in die Technik: das Internet (bei dem die Initiative der Nutzer das Design beeinflusst hat) und die Umweltbewegung (bei der die Wissenschaft mit Protest und Politik koordiniert wird).
Er untersucht methodologische Anwendungen der kritischen Theorie der Technologie am Beispiel des französischen Minitel-Computernetzwerks und der Beziehung zwischen nationaler Kultur und Technologie in Japan. Schließlich betrachtet Feenberg die Technikphilosophien von Heidegger, Habermas, Latour und Marcuse. Die allmähliche Ausdehnung der Demokratie auf die technische Sphäre, so Feenberg, ist eine der großen politischen Transformationen unserer Zeit.