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Disordering the Establishment: Participatory Art and Institutional Critique in France, 1958-1981
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Frankreich sowohl eine Zeit des Wohlstands als auch eine Welle der politischen, künstlerischen und philosophischen Unzufriedenheit, die in den landesweiten Protesten von 1968 gipfelte.
In Disordering the Establishment untersucht Lily Woodruff die Entwicklung von künstlerischen Strategien des politischen Widerstands in Frankreich in dieser Zeit. Auf der Grundlage von Interviews mit Künstlern, Kuratoren und Kulturschaffenden jener Zeit analysiert Woodruff die formalen und rhetorischen Methoden, mit denen Künstler der Ideologie des Establishments entgegentraten, zu direktem politischen Engagement aufriefen und sich mit den Gesellschaftsmodellen der französischen Intellektuellen auseinandersetzten.
Künstler und Kollektive wie Daniel Buren, Andr Cadere, die Groupe de Recherche d'Art Visuel und das Collectif d'Art Sociologique lehnten sich gegen die institutionelle Hegemonie auf, indem sie ihre Werke an unkonventionelle Räume und ein unkonventionelles Publikum anpassten, ihre künstlerische Autonomie gegenüber den Kunstinstitutionen behaupteten und sich der Interdisziplinarität verschrieben. Indem Woodruff zeigt, wie diese Künstler die Kunst nutzten, um zu hinterfragen, was Kunst sein sollte und wo sie gesehen werden sollte, demonstriert er, wie Künstler das Kunstestablishment und ihren historischen Moment herausforderten und neu definierten.