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Spreading Protestant Modernity: Global Perspectives on the Social Work of the YMCA and Ywca, 1889-1970
Ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung in London im Jahr 1844 wurde die Young Men's Christian Association (YMCA) zur ersten Nichtregierungsorganisation, die eine Modernisierungsagenda rund um den Globus wirksam vorantrieb. Bald darauf folgte eine Schwesterorganisation, die Young Women's Christian Association (YWCA), die 1855 gegründet wurde, und 1889 definierte die Y-Bewegung ihren globalen Auftrag. Obwohl ihre Ziele als vorwiegend religiös bezeichnet wurden, waren sowohl der YMCA als auch der YWCA auch für ihre neue Vision einer globalen Zivilgesellschaft bekannt und wurden zu wichtigen Akteuren bei der weltweiten Verbreitung moderner westlicher" Wissensbestände.
Die "säkulare" Sozialarbeit der YMCA und YWCA wurzelte zum Teil in den angloamerikanischen Vorstellungen des "sozialen Evangeliums", das in den 1890er Jahren populär wurde. Die Vision der christlichen Laienorganisationen von einer "protestantischen Moderne" führte zu einer zunehmenden Globalisierung ihrer "säkularen" Sozialarbeit, die Vorstellungen von Wissenschaft, Humanität, Sport, städtischer Bürgerschaft, Landwirtschaft und Geschlechterbeziehungen veränderte. Spreading Protestant Modernity zeigt, wie der YMCA und der YWCA eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung verschiedener Formen von Wissen und Praktiken spielten, die mit dieser Vision zusammenhingen, und wie ihre Arbeit von Regierungen und rivalisierenden Nichtregierungsorganisationen, die ähnliche Ziele verfolgen wollten, übernommen wurde.
Die in diesem Band versammelten Studien untersuchen den Einfluss der Arbeit des YMCA und des YWCA auf sehr unterschiedliche Gesellschaften in Süd-, Südost- und Ostasien, Nordamerika, Afrika und Osteuropa. Das Buch konzentriert sich auf zwei der prominentesten repräsentativen Gruppen innerhalb der protestantischen Jugend-, Sozialdienst- und Missionsgesellschaften (der so genannten "Protestantischen Internationale") und bietet neue Einblicke in die Entwicklung der globalen Zivilgesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert und ihre vielfältigen, scheinbar säkularen Vermächtnisse für die Welt von heute.
Spreading Protestant Modernity ist eine fesselnde Lektüre für alle, die sich für globale Geschichte, die Geschichte des Kolonialismus und der Dekolonisierung, die Geschichte des protestantischen Internationalismus und die Entwicklung der globalen Zivilgesellschaft interessieren. Obwohl jede Studie auf einer strengen wissenschaftlichen Grundlage beruht, sind die Diskussionen und Analysen in einer verständlichen Sprache verfasst, die es jedem, vom Studenten bis zum fortgeschrittenen Akademiker, ermöglicht, die Rolle der Y-Bewegung bei den sozialen Veränderungen in der ganzen Welt zu verstehen.