
Rediscovering the Wisdom of the Corinthians: Paul, Stoicism, and Spiritual Hierarchy
Eine kühne neue Lesart des 1. Korintherbriefs im Lichte der griechisch-römischen Philosophie Der erste Brief an die Korinther beginnt mit einer Ermahnung an die Kirche wegen ihrer internen Spaltung und ihres Vertrauens auf menschliche Weisheit.
Was genau der Anlass für Paulus' Ratschlag war, hat die Neutestamentler immer wieder beunruhigt. Viele Gelehrte haben behauptet, Paulus missbillige die Verliebtheit der Korinther in die Rhetorik. Doch eine sorgfältige Exegese des Briefes stellt diesen Konsens in Frage.
Timothy A. Brookins stellt in dieser innovativen Monographie gängige Annahmen über den korinthischen Konflikt auf den Kopf.
Seine genaue Lektüre von 1 Korinther 1-4 zeigt, dass das korinthische Problem seine Wurzeln im Stoizismus hat. Die Weisheit, auf die Paulus anspielt, ist keine Sophisterei, sondern ein stoisch inspiriertes Verständnis der natürlichen Hierarchie, in der sich die Weisen über die Gläubigen stellen, die sie für geistig unterentwickelt halten. Darüber hinaus sahen sich die Anhänger des Paulus als eine philosophische Schule, die mit anderen Christen rivalisierte, was zu Spaltungen in der Kirche führte.
Durch die Kombination von Bibelexegese und Untersuchung der griechisch-römischen philosophischen Kultur rekonstruiert Brookins die soziale Sphäre von Korinth, die Paulus in seinem Brief anspricht. Seine meisterhafte Analyse schafft die dringend benötigte Klarheit über den Kontext eines wichtigen Briefes und über die paulinische Theologie im weiteren Sinne.