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The Yale Critics, 6: Deconstruction in America
The Yale Critics wurde erstmals 1983 veröffentlicht. Die Minnesota Archive Editions nutzen digitale Technologien, um lange nicht mehr erhältliche Bücher wieder zugänglich zu machen, und werden in unveränderter Form von den Originalausgaben der University of Minnesota Press veröffentlicht.
In den letzten Jahren ist in Nordamerika eine hitzige Debatte über die Form und Funktion von Literatur entbrannt. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine Gruppe von Kritikern, die an der Yale University lehren - Harold Bloom, Geoffrey Hartman, Paul de Man und J. Hillis Miller - und deren Arbeit in Bezug auf die dekonstruktive Philosophie des französischen Philosophen Jacques Derrida beschrieben werden kann. Seit über einem Jahrzehnt haben die Yale Critics Kontroversen ausgelöst.
Meistens werden sie als Gruppe betrachtet, der man Beifall spendet oder die man angreift, und nicht als Individuen, deren Ideen eine kritische Prüfung verdienen. Hier versucht eine neue Generation von Wissenschaftlern zum ersten Mal eine ernsthafte, umfassende Bewertung der Yale-Gruppe. In diesen Aufsätzen werden die Yale-Kritiker bewertet, indem ihre Wurzeln, ihr individueller Werdegang und die von ihnen aufgeworfenen Fragen untersucht werden.
Wallace Martins Einleitung bietet eine brillante, kompakte Darstellung der Yale-Kritiker und ihres Verhältnisses zur Dekonstruktion und zur Dekonstruktion zweier typisch anglo-amerikanischer Unternehmungen.
Paul Bove beschäftigt sich mit der neuen Kritik und Wlad Godzich mit der Rezeption von Derrida in Amerika. Danach folgen Essays, die sich mit jedem der Kritiker einzeln befassen: Michael Sprinker über Hartman, Donald Pease über Miller, Stanley Corngold über de Man und Daniel O'Hara über Bloom. Zwei Aufsätze beleuchten dann die "Dekonstruktion in Amerika" durch eine Rückkehr zur modernen kontinentalen Philosophie: Donald Marshall über Maurice Blanchot und Rodolphe Gasche über Martin Heidegger. Das Nachwort von Jonathan Arac schließlich fasst den Band zusammen und entwirft eine Zukunft jenseits der Yale Critics.
Die Autoren bemühen sich um eine ausgewogene Betrachtung eines Themas, das bisher meist polemisch behandelt wurde. The Yale Critics ist nicht nur eine nützliche Einführung, sondern auch eine ernsthafte kritische Reflexion über den Nutzen der Geisteswissenschaften im heutigen Amerika.