Bewertung:

Das Buch hat gemischte Kritiken erhalten. Einige loben die aufschlussreiche Diskussion über Klassifizierungssysteme und ihre Auswirkungen, während andere den dichten akademischen Stil und den Mangel an praktischen Einsichten kritisieren.
Vorteile:Aufschlussreiche Diskussion über Klassifizierung, wichtig für das Verständnis von Infrastrukturen und Kategorien, fesselnd geschrieben für diejenigen, die sich für das Thema interessieren, wichtige Beiträge zu akademischen Bereichen wie Wissenschafts- und Technologiestudien.
Nachteile:Dichte und mit Fachjargon gefüllte Prosa, für manche unlesbar, keine praktischen Anwendungen, und bestimmte Abschnitte sind nicht für alle Leser interessant.
(basierend auf 14 Leserbewertungen)
Sorting Things Out: Classification and Its Consequences
Ein aufschlussreicher und überraschender Blick darauf, wie Klassifizierungssysteme sowohl Weltanschauungen als auch soziale Interaktionen prägen können.
Was bedeutet eine Sterbetafel aus dem siebzehnten Jahrhundert (zu deren Todesursachen "in einem Bad ohnmächtig geworden", "erschrocken" und "Juckreiz" gehören)?
Die Identifizierung von Südafrikanern während der Apartheid als Europäer, Asiaten, Farbige oder Schwarze.
Und die Unterscheidung zwischen Maschinen- und Handwäsche, die alle gemeinsam haben? Sie alle sind Beispiele für Klassifizierung - das Gerüst von Informationsinfrastrukturen.
In Sorting Things Out untersuchen Geoffrey C. Bowker und Susan Leigh Star die Rolle von Kategorien und Standards bei der Gestaltung der modernen Welt. In einem klaren und lebendigen Stil untersuchen sie eine Vielzahl von Klassifizierungssystemen, darunter die Internationale Klassifikation der Krankheiten, die Klassifikation von Pflegemaßnahmen, die Klassifizierung von Ethnien während der Apartheid in Südafrika sowie die Klassifizierung von Viren und Tuberkulose.
Die Autoren betonen die Rolle der Unsichtbarkeit in dem Prozess, durch den die Klassifizierung die menschliche Interaktion ordnet. Sie untersuchen, wie Kategorien unsichtbar gemacht und gehalten werden, und wie Menschen diese Unsichtbarkeit bei Bedarf ändern können. Sie untersuchen auch Klassifizierungssysteme als Teil der gebauten Informationsumgebung. Ähnlich wie ein Stadthistoriker Autobahngenehmigungen und Flächennutzungsentscheidungen untersuchen würde, um die Geschichte einer Stadt zu erzählen, untersuchen die Autoren Archive von Klassifizierungsdesign, um zu verstehen, wie Entscheidungen getroffen wurden. Sorting Things Out hat eine moralische Agenda, denn jeder Standard und jede Kategorie wertet einen Standpunkt auf und bringt einen anderen zum Schweigen. Normen und Klassifizierungen bringen Vorteile oder Leid mit sich. Es werden Arbeitsplätze geschaffen und verloren.
Einige Regionen profitieren auf Kosten anderer. Wie diese Entscheidungen getroffen werden und wie wir über diesen Prozess denken, ist der moralische und politische Kern dieses Werkes. Das Buch ist eine wichtige empirische Quelle für das Verständnis des Aufbaus von Informationsinfrastrukturen.