Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der Pflege am Lebensende und den Auswirkungen von Patientenverfügungen. Der Autor Sam Brown erörtert die Belastungen, die Patienten und Familien durch die derzeitigen Praktiken im Gesundheitswesen auferlegt werden, und betont die Notwendigkeit von Empathie, Kommunikation und sorgfältiger Entscheidungsfindung in kritischen Zeiten. Das Buch spendet Trost und regt zu sinnvollen Gesprächen über Entscheidungen am Lebensende an, zeigt aber auch die Komplexität und die Herausforderungen des Gesundheitssystems in Bezug auf Patientenverfügungen und Kommunikation in kritischen Situationen auf.
Vorteile:Das Buch bietet eine durchdachte Auseinandersetzung mit Entscheidungen am Lebensende, fördert Einfühlungsvermögen und Kommunikation und wirft wichtige ethische Diskussionen über Praktiken im Gesundheitswesen auf. Viele Leser empfanden es als aufschlussreich und bewegend, was es zu einem ausgezeichneten Gesprächsanlass für Familien macht, die sich mit schwierigen Themen wie Altern und Krankheit auseinandersetzen. Das Fachwissen des Autors als Intensivmediziner verleiht den Diskussionen Glaubwürdigkeit und Tiefe.
Nachteile:Einige Leser waren der Meinung, dass in dem Buch die rechtlichen Herausforderungen und Haftungsfragen, mit denen Gesundheitsdienstleister konfrontiert sind, nicht gründlich erörtert wurden. Es wurde auch erwähnt, dass Einblicke in die finanziellen Auswirkungen von Gesundheitsversorgungsentscheidungen am Ende des Lebens fehlten, was eine umfassendere Perspektive auf die Dilemmata, mit denen Familien und die Gesellschaft konfrontiert sind, hätte bieten können.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Through the Valley of Shadows: Living Wills, Intensive Care, and Making Medicine Human
Intensivstationen in Krankenhäusern haben den Zeitpunkt und die Art und Weise, wie wir sterben, verändert - und das nicht immer zum Besseren.
Die Intensivstation ist eine neue Welt, in der einst tödliche Krankheiten geheilt werden können und medizinische Behandlungen unsere Chancen auf vollständige Genesung erheblich verbessern. Doch paradoxerweise können diese Orte der körperlichen Heilung einen schrecklichen Tribut fordern, und da sie sich eher auf die Technologie als auf die Menschlichkeit konzentrieren, berauben sie die Sterbenden allzu oft ihrer Würde. Manchen Berichten zufolge drohen die teuren medizinischen Behandlungen auf den Intensivstationen auch den Bankrott der Nation herbeizuführen.
In dem Versuch, Patienten auf der Intensivstation ein Mitspracherecht zu geben, wenn sie es sonst nicht hätten, wurde 1969 die Patientenverfügung eingeführt, als Reaktion auf mehrere berüchtigte Fälle. Diese Dokumente sollten Ärzte davon abhalten, die Wünsche von Patienten und Familien in Stresssituationen zu ignorieren. Leider enthalten Patientenverfügungen trotz ihrer Bestrebungen statische Aussagen über hypothetische Wünsche, die in der Praxis selten zutreffen. Und sie haben ein Verfahren geschaffen, das nicht dem entspricht, was wir als Menschen sind. Patientenverfügungen verwirren schwierige und schmerzhafte Situationen noch mehr und erwecken bei den Patienten den Eindruck, dass eine tatsächliche Kommunikation mit ihren Ärzten stattgefunden hat, während in Wirklichkeit ihre tiefsten Wünsche und Werte unberücksichtigt bleiben.
In diesem provokanten und einfühlsamen Buch skizziert der Medizinforscher und Intensivmediziner Samuel Morris Brown anhand von Geschichten aus seiner klinischen Praxis eine neue Art des Denkens über lebensbedrohliche Krankheiten. Browns Ansatz erkennt die widersprüchlichen Gefühle an, die wir haben, wenn wir über die Möglichkeit des Todes sprechen, und schlägt Strategien vor, mit denen Patienten, ihre Familien und Ärzte besser auf die menschlichen Bedürfnisse vor, während und nach einer schweren Krankheit eingehen können.
Brown vertritt die Ansicht, dass jede Lösung für die unmenschliche Intensivpflege die Vorteile neuer Forschungsergebnisse über die Art und Weise, wie Menschen Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen, nutzen muss, und stellt sich eine wirklich humane Intensivstation vor. Sein Manifest für Reformen plädiert für Ganzheitlichkeit und Heilung für Menschen, die mit lebensbedrohlichen Krankheiten konfrontiert sind.