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Edward Sapir: Linguist, Anthropologist, Humanist
Diese erste umfassende Biografie von Edward Sapir (1884-1939) wird dem Leben und den Ideen des bedeutendsten Sprachwissenschaftlers der boasianischen Anthropologie gerecht, der wesentlich zur Professionalisierung der Sprachwissenschaft als eigenständige Disziplin beigetragen hat.
Sapir war der erste, der vergleichende indoeuropäische Methoden auf das Studium der indianischen Sprachen anwandte und mehr als zwanzig von ihnen erforschte. Seine theoretische Arbeit über die Beziehung zwischen der individuellen Persönlichkeit und der Kultur ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Kulturtheorie in der Anthropologie, ebenso wie sein Beharren auf der symbolischen Natur der Kultur und der Bedeutung der Kultur, wie sie von ihren Mitgliedern verstanden und artikuliert wird. Als erster professioneller Anthropologe in Kanada und Lehrer einer ganzen Generation nordamerikanischer Linguisten und Anthropologen in Chicago und Yale schrieb Sapir auch Gedichte und Literaturkritiken. Er betonte den humanistischen Charakter der Anthropologie und war der wortgewaltigste Vertreter der interdisziplinären Sozialwissenschaft der späten 1920er und 1930er Jahre.
Der ganze Reichtum und die Vielfalt von Sapirs relativ kurzem Leben werden von Regna Darnell in einer fesselnden Erzählung wiedergegeben, die profunde Kenntnisse ihres Themas mit historischer Rekonstruktion verbindet.
Regna Darnell ist Distinguished University Professor für Anthropologie und First Nations Studies an der University of Western Ontario. Sie ist die Autorin oder Herausgeberin mehrerer Bücher, darunter Invisible Genealogies: A History of Americanist Anthropology (Nebraska 2001) und Mitherausgeberin (mit Frederic W. Gleach) von Celebrating a Century of the American Anthropological Association: Presidential Portraits (Nebraska 2002).