
An Analysis of Carole Hillenbrand's the Crusades: Islamic Perspectives
Viele Jahrhunderte lang stützte sich die Geschichte der Kreuzzüge, wie sie von westlichen Historikern geschrieben wurde, ausschließlich auf westliche Quellen. Belege aus den islamischen Gesellschaften, die die Kreuzfahrer angriffen, wurden nur spärlich verwendet - zum Teil, weil sie für die meisten Westler schwer zu lesen waren, und zum Teil, weil vieles davon selbst für Historiker, die Arabisch sprachen, unzugänglich war.
Carole Hillenbrand machte sich daran, die Quellen für die Zeit der Kreuzzüge neu zu bewerten, indem sie nicht nur die bekannten Berichte mit neuen Augen betrachtete, sondern auch neue Quellen ausfindig machte und nutzte, die zuvor übersehen worden waren. Bei ihrer Arbeit musste sie die neuen Quellen umfassend auswerten, ihre Argumente, ihre Belege und ihre Argumentation bewerten, um ihren Wert einzuschätzen und sie (mit Hilfe der Fähigkeit des kritischen Denkens, der Analyse, einer leistungsfähigen Methode zum Verständnis des Aufbaus von Argumenten) richtig in den Kontext der Kreuzzugsforschung als Ganzes einzuordnen.
Das Ergebnis ist nicht nur eine Geschichte, die ausgewogener, besser argumentiert und angemessener ist als die meisten früheren, sondern auch ein Werk mit Relevanz für die heutige Zeit. In einer Zeit, in der Kreuzzugsbilder und die Erwähnung des gegenwärtigen Krieges gegen den Terror als "Kreuzzug" dazu beitragen, das politische Narrativ zu befeuern, stellt Hillenbrands evaluative Arbeit ein wichtiges Korrektiv zu einer zu starken Vereinfachung und falschen Darstellung dar.