Bewertung:

An Archaeology of Desperation ist eine umfassende und wissenschaftliche Untersuchung der Erfahrungen der Donner Party am Alder Creek, die die Perspektiven von Anthropologen, Archäologen und Historikern einbezieht. Das Buch ist gut geschrieben und sehr gut lesbar und bietet neue Einblicke in die Ereignisse von 1846-47, wobei der Schwerpunkt auf der Kontextualisierung der Lebensumstände, der Analyse von Artefakten und der Komplexität des Kannibalismus liegt. Das Buch enthält relevante Karten und Abbildungen, die es sowohl für Studenten als auch für allgemein an diesem Thema interessierte Leser zu einer interessanten Quelle machen.
Vorteile:Umfassender und multidisziplinärer Ansatz, gut geschrieben und zugänglich, aufschlussreiche Analysen der Situation der Donner Party, detaillierter Kontext für das Lager in Alder Creek, mit wertvollen Karten und Abbildungen, fesselnde Erzählung. Das erste Kapitel von Kristin Johnson wird besonders für seine Klarheit gelobt.
Nachteile:Einige Leser fanden die Konzentration auf die Beiträge der Frauen übertrieben, während andere das Buch als langsam zu lesen empfanden. Außerdem wird eine Mischung aus hochinteressanten Erkenntnissen und einer zu wenig sensibilisierten Herangehensweise an bestimmte Themen präsentiert.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
An Archaeology of Desperation: Exploring the Donner Party's Alder Creek Camp
Die Donner Party ist fast untrennbar mit Kannibalismus verbunden. In Wahrheit wissen wir bemerkenswert wenig darüber, was mit den hungernden Reisenden geschah, die im Winter 1846/47 in der Sierra Nevada gestrandet waren.
Durch die Kombination der Ansätze von Geschichte, Ethnohistorie, Archäologie, Bioarchäologie und Sozialanthropologie bietet dieser innovative Blick auf die Erfahrungen der Donner Party im Alder Creek Camp Einblicke in viele lange ungelöste Rätsel. Das Buch basiert auf archäologischen Untersuchungen in den Sommern 2003 und 2004 in der Nähe von Truckee, Kalifornien, und enthält detaillierte Analysen von Artefakten und Knochen, die Aufschluss über das Leben in diesem Überlebenslager geben. Mikroskopische Untersuchungen winziger Knochenfragmente offenbaren Schlachternarben und Mikrostrukturen, die Aufschluss darüber geben, was die Donner-Familien vor den letzten Tagen der Verzweiflung gegessen haben könnten, wie sie das, was ihnen als Nahrung diente, zubereiteten und ob sie ihre verstorbenen Gefährten tatsächlich schlachteten und aßen.
Die Autoren werten alte Daten mit neuen Analysemethoden neu aus und fügen dem historischen Narrativ durch die Untersuchung physischer Beweise und mündlicher Zeugnisse von Beobachtern und Überlebenden neue Dimensionen hinzu. Die Autoren integrieren eine Vielzahl von Ansätzen - einschließlich der Erzählungen der Washoe-Indianer, die die Donner Party beobachteten -, zerstören einige Mythen, dekonstruieren einen Großteil der Folklore über die gestrandete Gruppe und zeigen, dass neue Ansätze ein neues Licht auf Ereignisse werfen können, die wir zu verstehen glaubten.