Bewertung:

Das Buch ist eine Sammlung von Briefen des bedeutenden amerikanischen Dichters James Merrill, die einen Einblick in sein Leben und seine Gedanken geben. Die Briefe variieren in Ton und Inhalt, wobei einige als sehr einnehmend gelten, während andere weniger fesselnd sind, insbesondere die an seine Mutter gerichteten.
Vorteile:Die Briefe sind elegant geschrieben und bieten ein ästhetisches Vergnügen und einen Einblick in Merrills Welt. Sie enthalten eine Mischung aus persönlichen Betrachtungen und literarischen Diskussionen, die ein breites Spektrum von Lesern ansprechen. Die Einbeziehung von Übersetzungen und Notizen verleiht ihnen zusätzliche Tiefe, und die letzten Briefe sind besonders ergreifend und großzügig.
Nachteile:Die sich wiederholenden Themen in einigen Briefen, insbesondere in denen an seine Mutter, können ermüdend wirken. Einige Leser könnten Teile der Korrespondenz aufgrund der gruppeninternen Bezüge als nischig oder schwierig empfinden.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Whole World: Letters from James Merrill
A NEW YORK TIMES NOTABLE BOOK OF THE YEAR - Die ausgewählte Korrespondenz des brillanten Dichters, einem der letzten großen Briefschreiber des zwanzigsten Jahrhunderts.
„Ich führe kein Tagebuch, nicht nach der ersten Woche“, behauptete James Merrill in einem Brief, während er auf einer Weltreise war. „Briefe müssen die ganze Last tragen.“ Als lebhafter Korrespondent schrieb er sowohl im Ausland, wohin ihn seine Neugier und sein Erinnerungsvermögen häufig führten, als auch zu Hause eifrig und oft an seine Familie und lebenslange Freunde, an amerikanische und griechische Liebhaber, an Vertraute aus Literatur und Kunst über alles, was ihm wichtig war - Ästhetik, Oper und Malerei, Haushalt und Kochen, die Komik des gesellschaftlichen Lebens, die Geheimnisse des Ouija-Bretts und der Geisterwelt sowie psychologische und moralische Dilemmata - in witzigen, flotten, nicht revidierten Briefen, mit denen er sowohl sich selbst als auch seine Empfänger unterhielt.
Über eine persönliche Nemesis: „die Ambivalenz, mit der ich lebe. Sie beunruhigt mich immer weniger. Sie ist der Stoff, aus dem meine Kunst gemacht ist“; über ein Mittagessen für Wallace Stevens, das von Blanche Knopf gegeben wurde: ‚Es war von allen beschlossen worden, dass nichts als Smalltalk erlaubt sein würde‘; über die Romantik in seinen späten Fünfzigern: „Ich muss aufhören, mich wie ein Waisenkind zu benehmen, das Kekse verschlingt, weil es Angst hat, dass ihm der Teller weggenommen wird“; über große Bücher: „Sie verbrennen uns wie Radium, mit ihrer Entschlossenheit, ihrem schrecklichen Verständnis für das, was passiert“.
Merrills tägliche Chronik der Liebe und des Verlusts ist ungehemmt, selbstkritisch, voller guter Ratschläge und mit einem Gespür für boshafte Ironie und ergreifende Details - eine natürliche Erweiterung der Stimme des großen Dichters.