
A Micro-Sociology of Violence: Deciphering Patterns and Dynamics of Collective Violence
Dieses Buch zielt auf ein tieferes Verständnis der sozialen Prozesse, Dynamiken und Institutionen ab, die kollektive Gewalt formen. Es argumentiert, dass Gewalt eine soziale Praxis ist, die sozialen Logiken folgt und in ihrer kollektiven Form als wiederkehrende Muster erscheint.
Auf der Suche nach Merkmalen, Mechanismen und Logiken der Gewalt liefern die Beiträge ethnografische Beschreibungen verschiedener Formen kollektiver Gewalt und kontextualisieren diese Phänomene in breiteren räumlichen und zeitlichen Strukturen. Die Studien zeigen, dass kollektive Gewalt, zumindest wenn sie über einen gewissen Zeitraum andauert, auf Organisation abzielt und daher konstitutive und integrative Mechanismen entwickelt. Praktiken der sozialen Mobilisierung von Menschen und ökonomischen Ressourcen, ihre Einbindung in funktionale Strukturen und die Rechtfertigung oder Legitimierung dieser Strukturen führen früher oder später zur Etablierung neuer Formen von (Gewalt-)Ordnungen, sei es am Rande oder jenseits des Staates.
Zu den diskutierten Fällen gehören Unruhen in Gujarat, Indien, Massengewalt in Somalia, soziale Ordnungen von Gewalt und Gewaltlosigkeit in Kolumbien, humanitäre Lager in Uganda, Trophäenjagd in Nordamerika und gewaltsame Viehdiebstähle in Kenia. Dieses Buch wurde ursprünglich als Sonderausgabe von Civil Wars veröffentlicht.