Bewertung:

Das Buch bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Konzepten Martin Heideggers, insbesondere mit der Authentizität und der Unterscheidung zwischen authentischen und nicht authentischen Seinsweisen. Es behandelt Heideggers philosophische Entwicklung von seinen frühen Werken bis hin zu seinen späteren Gedanken, sowie seine Verbindungen zu anderen Philosophen und seine politischen Zugehörigkeiten.
Vorteile:Das Buch ist für das Verständnis von Heideggers Genialität und seiner Philosophie unerlässlich. Es fordert den Leser auf, kritisch zu denken und sich mit transformativen Ideen über Authentizität und Existenz auseinanderzusetzen, und verspricht eine lebensverändernde Erfahrung, wenn man seine Konzepte verinnerlicht. Die gründliche Untersuchung von Heideggers Denken, einschließlich seines historischen Kontextes und seiner Verbindungen zu Religion und Technologie, wird sehr geschätzt.
Nachteile:Die Komplexität von Heideggers Philosophie mag für einige Leser entmutigend sein und erfordert mehrere Lesungen, um die vorgestellten Ideen vollständig zu erfassen. Die Erörterung seiner politischen Zugehörigkeit, insbesondere zum Nationalsozialismus, mag kontrovers sein und für manche schwer mit seinen philosophischen Beiträgen in Einklang zu bringen sein.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Eclipse of the Self: The Development of Heidegger's Concept of Authenticity
Obwohl manchmal behauptet wird, Martin Heideggers spätere Philosophie beschäftige sich nicht mehr mit dem Thema der Authentizität, das für Sein und Zeit (1927) so entscheidend war, argumentiert dieses Buch, dass sein Interesse an Authentizität immer stark war.
Nachdem er das Priesterseminar verlassen hatte, um Philosophie zu studieren, begann Heidegger, religiöse Themen für seine eigenen philosophischen Zwecke zu „entmythologisieren“. Wie der christliche Begriff des Glaubens beinhaltet auch Heideggers Begriff der Authentizität den Verzicht auf ein egoistisches Selbstverständnis, das unsere Offenheit für Möglichkeiten blockiert.
Doch Authentizität als „Entschiedenheit“ beinhaltet ein Element der Freiwilligkeit, das der Idee des Glaubens fremd ist. Heideggers kurze Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (1933-1934) half ihm, das Nietzsche'sche Konzept des Willens, das seine frühen Ansichten über Authentizität beeinflusst hatte, neu zu überdenken. Obwohl ein Teil der Bedeutung der Entschlossenheit darin besteht, dass die Dinge offenbart werden können, suggeriert sie auch, dass ein Individuum irgendwie willens sein kann, authentisch zu sein.
Ab etwa 1936 betonte Heidegger, dass ein Individuum nur durch eine Macht, die es übersteigt, vom Egoismus (der Unauthentizität) befreit werden kann. In der Unterscheidung zwischen Entschiedenheit und Befreiung kommt die theologische Dauerfrage nach der Wirksamkeit von Werken gegenüber der rettenden Kraft der Gnade zum Ausdruck.