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Emmett Till in Literary Memory and Imagination
Die grausame Ermordung des vierzehnjährigen Emmett Till im Jahr 1955 markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Ethnien. Till, ein afroamerikanischer Junge aus Chicago, war zu Besuch bei Verwandten im Mississippi-Delta, als er beschuldigt wurde, einer jungen weißen Frau "Wolfspfeife" zu pfeifen.
Seine Mörder entführten ihn aus dem Haus seines Großonkels, schlugen ihn und schossen ihm dann in den Kopf. Drei Tage später entdeckten Fahnder seine Leiche im Tallahatchie River. Die beiden des Mordes angeklagten weißen Männer wurden von einer ausschließlich weißen Jury schnell freigesprochen.
Die elf Aufsätze in Emmett Till in Literary Memory and Imagination untersuchen, wie die Geschichte des Lynchmordes an Till weiterhin das Rassenbewusstsein verfolgt und in unserer kollektiven Vorstellung nachhallt. Der Prozess und der Freispruch von Tills Mördern wurde, in den Worten eines Historikers, zum ersten großen Medienereignis der Bürgerrechtsbewegung, und seither hat der Lynchmord einen zentralen Platz im literarischen Gedächtnis eingenommen.
Die internationale Gruppe von Autoren, die an diesem Band mitgewirkt hat, untersucht, wie die Geschichte von Emmett Till von so unterschiedlichen Autoren wie William Bradford Huie, James Baldwin, Langston Hughes, Gwendolyn Brooks, Audre Lorde, Anne Moody, Nicol s Guill n, Aim C saire, Bebe Moore Campbell und Lewis Nordan in der Belletristik, der Lyrik, dem Drama und der Autobiografie verarbeitet und neu gestaltet wurde. Sie deuten darauf hin, dass es eine Emmett-Till-Erzählung gibt, die tief in die Literatur nach 1955 eingebettet ist, eine übergreifende, wiederkehrende Handlung, die auf erkennbaren Elementen aufbaut und ebenso lesbar ist wie die Lynch-Erzählung oder die Erzählung vom Tod.
Schriftsteller haben Tills Geschichte auf vielfältige Weise verarbeitet: Die kommentierte Bibliographie am Ende des Bandes behandelt mehr als 130 Werke, die an den Lynchmord erinnern, und macht so auf das ganze Ausmaß von Tills Präsenz in der literarischen Erinnerung aufmerksam. Emmett Till in Literary Memory and Imagination betritt Neuland in der Bürgerrechtsforschung und in der Diskussion über Ethnie in Amerika und legt ein beredtes Zeugnis für die besondere Kraft und künstlerische Resonanz des Mordes an einem jungen Mann ab.