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Eudora Welty's Fiction and Photography: The Body of the Other Woman
Ausgehend von dem Kontext, in dem der Schutz des weißen weiblichen Körpers mit dem Schutz der Körperpolitik des amerikanischen Südens verknüpft ist, zeichnet Harriet Pollack ein Muster in Eudora Weltys Romanen nach, in denen eine behütete Tochter aus der Mittelschicht von einer Frau aus einer anderen Klasse gestört oder erfreut wird, die sich daran erfreut, ein "Spektakel" aus ihrem Körper zu machen.
Welty selbst strebt nach einer parallelen Selbstentblößung, sowohl durch diese Geschichten, in denen sie behütete Mädchen mit gefährdeten Flitzern zusammenbringt, als auch durch die innovativen Darstellungen des schwarzen Frauenkörpers in ihrer Fotografie. Weltys Flucht aus der Geborgenheit setzt sich fort, als sie sich in einen Mann verliebt, der seine Homosexualität nicht zugeben will und deshalb das Schweigen in seinem Schrank teilt, und sie die Handlung der anderen Frau in einer Reihe von Fiktionen in der Mitte ihrer Laufbahn variiert.
Darüber hinaus geht Pollack auf mehrere kritische Kontroversen ein, die durch Weltys Umgang mit den Körpern anderer Frauen ausgelöst wurden. Dabei geht es um das Verhältnis der Comicautorin zu Fragen der Klasse und des Feminismus, um ihre rätselhaften und manchmal lustigen Vergewaltigungsgeschichten und um ihren Umgang mit Ethnie in Romanen, die zu einer Zeit geschrieben wurden, als ihre Region noch mitten in der Jim-Crow-Regulierung des schwarzen Körpers steckte. Zwei Besonderheiten des Buches sind die bedeutsame Lektüre von zweiundsechzig visuellen Bildern und die ausführliche Arbeit mit Weltys unveröffentlichten Manuskripten, insbesondere jenen, die während der Wirren des Bürgerrechtskampfes in den 1960er Jahren entstanden und bis in die 1980er Jahre hinein andauerten.