Bewertung:

Entscheidung im Westen: The Atlanta Campaign of 1864 von Albert Castel wird als endgültige und gründlich recherchierte Darstellung der Ereignisse, die zum Fall von Atlanta während des Bürgerkriegs führten, gepriesen. Das Buch wird für seine Ausführlichkeit, die gute Lesbarkeit und die Fähigkeit des Autors gelobt, ein ausgewogenes Bild der wichtigsten am Feldzug beteiligten Personen zu zeichnen und insbesondere die heroische Darstellung von General Sherman in Frage zu stellen. Es wird jedoch wegen der vermeintlichen Voreingenommenheit des Autors gegenüber Sherman und der Gliederung der Kapitel kritisiert. Während viele es als unverzichtbare Lektüre für Bürgerkriegsenthusiasten betrachten, halten andere es aufgrund der negativen Darstellung bestimmter Befehlshaber für mangelhaft.
Vorteile:⬤ Äußerst gründliche Recherche und Verwendung von Primärquellen.
⬤ Klare und fesselnde Erzählweise.
⬤ Bietet eine detaillierte Untersuchung von Schlachten und Schlüsselfiguren.
⬤ Bietet eine ausgewogene Perspektive auf die Kommandeure der Union und der Konföderation.
⬤ Gilt als klassischer Bericht über den Atlanta-Feldzug.
⬤ Enthält eine starke Voreingenommenheit gegenüber General Sherman, die manche als störend empfinden könnten.
⬤ Kritik an taktischen Entscheidungen kann sich wie „Monday Morning Quarterbacking“ anfühlen.
⬤ Die Gliederung nach Monaten wird von einigen Lesern als irrelevant erachtet.
⬤ Begrenzte Karten und das Fehlen von detaillierten Schlachtordnungen.
⬤ Einige Rezensenten halten es im Vergleich zu neueren Werken zum selben Thema für mangelhaft.
(basierend auf 40 Leserbewertungen)
Decision in the West: The Atlanta Campaign of 1864
Nach einem Scharmützel am 28. Juni 1864 wird ein Waffenstillstand ausgerufen, damit die Nordstaaten ihre Toten und Verwundeten abtransportieren können. Zwei Stunden lang mischen sich Yankees und Rebellen, wobei einige der Letzteren den Ersteren sogar bei ihrer grausamen Arbeit helfen. Zeitungen werden ausgetauscht. Kaffee aus dem Norden wird gegen Tabak aus dem Süden getauscht. Die Yankees drängen sich um zwei Rebellengeneräle und bitten sie um Autogramme.
Als sie sich trennen, ruft ein Konföderierter einem Yankee zu: "Ich hoffe, dich zu verfehlen, Yankee, wenn ich in deine Richtung schießen sollte." "Möge ich dich niemals treffen, Johnny, wenn wir wieder kämpfen", kommt die Antwort.
Die Gnadenfrist ist kurz. Ein paar Monate, Dutzende von Schlachten und mehr als 30.000 Opfer später nimmt der Norden Atlanta ein.
Der Atlanta-Feldzug, eine der dramatischsten und entscheidendsten Episoden des Bürgerkriegs, war eine Militäroperation großen Ausmaßes in einer spektakulären Landschaft, bei der einige der besten (und schlechtesten) Generäle des Krieges gegeneinander antraten.
In Decision in the West liefert Albert Castel die erste detaillierte Geschichte des Feldzugs, die seit der 1882 erschienenen Version von Jacob D. Cox veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu Cox, der als General in Shermans Armee diente, bietet Castel eine objektive Perspektive und einen umfassenden Bericht, der sich auf Primär- und Sekundärquellen stützt, die in den letzten 110 Jahren verfügbar geworden sind.
Castel behandelt die Operationen sowohl der Unions- als auch der Konföderationsarmee umfassend und ausgewogen, und zwar sowohl aus der Sicht der einfachen Soldaten als auch der führenden Generäle. Er bietet neue Berichte und Analysen zu vielen wichtigen Ereignissen des Feldzugs und korrigiert dabei viele seit langem bestehende Mythen, Missverständnisse und Fehler. Insbesondere stellt er die gängige Auffassung von Shermans Leistung in Frage.
Geschrieben in der Gegenwart, um ein Gefühl der Unmittelbarkeit und einen größeren Realismus zu vermitteln, zeigt Entscheidung im Westen deutlicher als jedes andere Buch, wie die Einnahme von Atlanta durch Shermans Armee zustande kam und warum sie den Sieg des Nordens im Bürgerkrieg sicherte.