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Memory Ireland, Volume 1: History and Modernity
Trotz der Leichtigkeit, mit der Wissenschaftler den Begriff Gedächtnis in den letzten Jahrzehnten verwendet haben, bleibt seine Definition rätselhaft. Beruht das kulturelle Gedächtnis auf den Erinnerungen des Einzelnen, oder nimmt es über die Grenzen des individuellen Geistes hinaus Gestalt an? Das kulturelle Gedächtnis hat in den irischen Studien besondere Aufmerksamkeit erregt.
Mit seiner von Traumata geprägten Geschichte und seiner großen weltweiten Diaspora ist Irland ein ideales Thema für diese Arbeit. Was verraten die Stereotypen des irischen Gedächtnisses - als umfangreich, unversöhnlich, missgünstig, aber auch leer auf bestimmte, in der Regel traumatische Themen - über die Art und Weise, wie die kulturelle Erinnerung in der zeitgenössischen irischen Kultur und in der irischen Diasporakultur funktioniert? Wie funktionieren Ikonen des Irischen - von der Harfe bis zum Cottage, vom keltischen Kreuz bis zu einer Figur wie James Joyce - im kulturellen Gedächtnis? Diese Sammlung versucht, diese Fragen zu beantworten, indem sie die Landschaft des kulturellen Gedächtnisses in Irland durch theoretische, historische, literarische und kulturelle Erkundungen von führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Irlandstudien kartiert. In einer Reihe, die letztlich vier Bände umfassen wird, untersuchen die sechzehn Beiträge in diesem ersten Band das Erinnern und Vergessen im Laufe der Geschichte, vom frühneuzeitlichen Irland bis zum heutigen multikulturellen Irland.
Zu den zahlreichen Themen, die hier behandelt werden, gehören Guy Beiner, der in Remembering and Forgetting the Irish Rebellion of 1798 das kollektive Gedächtnis vom Volksgedächtnis trennt, und Anne Dolan, die in Embodying the Memory of War and Civil War die lokale Erinnerung an den Bürgerkrieg untersucht. Der Band schließt mit Alan Titleys The Great Forgetting (Das große Vergessen), einem überzeugenden Argument für die Betrachtung der modernen irischen Kultur als Artefakt der Europäisierung Irlands und für die dringende Notwendigkeit einer weiteren, breit angelegten irischsprachigen Forschung.