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Women and the Decade of Commemorations
Wenn Frauen aus der Geschichte verschwinden, was bleibt dann übrig?
Zwischen 1912 und 1922 erlebte Irland einen tiefgreifenden sozialen und politischen Wandel, darunter den Osteraufstand, den Ersten Weltkrieg, den irischen Bürgerkrieg, den Kampf für das irische Frauenwahlrecht, die Gründung des Abbey Theatre und die Verabschiedung des Home Rule Bill. Zur Vorbereitung des hundertjährigen Jubiläums dieses epischen Jahrzehnts setzte die irische Regierung eine Expertengruppe ein, die sich mit der Art und Weise befassen sollte, wie das Land dieser monumentalen Zeit gedenken würde. Leider wurde bei der Zusammenstellung der Gruppe nicht auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet. Der von Oona Frawley herausgegebene Band Women and the Decade of Commemorations beleuchtet nicht nur die Verantwortung der irischen Frauen in Vergangenheit und Gegenwart, sondern stellt auch die wissenschaftliche Arbeit von Frauen in den Vordergrund, um das seit langem bestehende Ungleichgewicht auszugleichen. So wird in den Beiträgen beispielsweise die Rolle der Bewegung "Waking the Feminists" hervorgehoben, die ausgelöst wurde, als das Abbey Theater 2016 sein von Männern dominiertes Programm zum hundertjährigen Bestehen veröffentlichte. Sie erörtern auch, wie wichtig es ist, fehlende Geschichte zu thematisieren und die Erinnerung zu kuratieren, um die historische Aufzeichnung zu korrigieren, wenn es um die Erinnerung an die Revolution geht.
Die Essays in Women and the Decade of Commemorations (Frauen und das Jahrzehnt der Gedenkfeiern) befassen sich mit den Auswirkungen der ungesehenen, unbesungenen Arbeit von Frauen, die für die Gestaltung Irlands von entscheidender Bedeutung war - ein Land, das auch heute noch damit zu kämpfen hat, die Rolle der Frauen umfassend zu würdigen.