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Food in Cuba: The Pursuit of a Decent Meal
Food in Cuba begleitet kubanische Familien bei ihrem Kampf um eine angemessene Lebensqualität in Kubas schwächelndem, postsowjetischem Wohlfahrtsstaat, indem es speziell die sozialen und emotionalen Dimensionen der Veränderungen beim Zugang zu Lebensmitteln untersucht. Auf der Grundlage umfangreicher Feldforschung mit Familien in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt der Insel, untersucht Hanna Garth die Versuche kubanischer Familien, "eine anständige Mahlzeit" zu erwerben und zusammenzustellen, und enträtselt die Schichten der Haushaltsdynamik, der Interaktionen in der Gemeinschaft und der individuellen Reflexionen über das Alltagsleben im heutigen Kuba.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren und dem anschließenden Verlust seines wichtigsten Handelspartners begann für Kuba eine Zeit wirtschaftlicher Not. Obwohl Handelsabkommen die Quantität und Qualität der rationierten Lebensmittel in Kuba deutlich verbessert haben, berichten viele Kubaner, dass sie weiterhin mit Lebensmittelknappheit und wirtschaftlicher Not leben müssen. Garth erzählt die Geschichten von Familien, die täglich mit der Herausforderung konfrontiert sind, nicht nur genügend Lebensmittel zu beschaffen, sondern auch solche, die den lokalen und persönlichen kulturellen Standards entsprechen.
Sie argumentiert schließlich, dass diese ständigen Kämpfe zu dem führen, was die kubanischen Familien als "eine Veränderung des Charakters" beschreiben, und dass für einige dieses veränderte Selbstverständnis und der Sinn für soziale Beziehungen zu einem Wandel in der Gesellschaft führt. Food in Cuba zeigt, wie die Praktiken der Nahrungsbeschaffung und die Politik der Angemessenheit eng mit den lokalen moralischen Vorstellungen darüber verknüpft sind, was es bedeutet, ein guter Mensch, ein Familienmitglied, ein Mitglied der Gemeinschaft und letztlich ein guter Kubaner zu sein.