Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte und scharfsinnige Analyse der Raketenkrise zwischen Taiwan und China im Jahr 1996 und hebt die bedeutenden geopolitischen Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den USA und China hervor, insbesondere im Zusammenhang mit dem wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss Taiwans und der militärischen Reaktion Chinas.
Vorteile:Der Autor bietet eine umfassende Untersuchung der Ereignisse, die zu der Krise geführt haben, und gibt Einblicke in die geopolitische Dynamik, die dabei im Spiel war. Die Analyse der US-Beteiligung und der politischen Entscheidungen ist gründlich und daher für Leser, die sich für internationale Beziehungen interessieren, sehr informativ.
Nachteile:Das Buch enthält keine Vorhersagen über mögliche Reaktionen der USA im Falle einer Provokation Taiwans durch China, was einige Leser als unbefriedigend oder einschränkend in Bezug auf die Vorausschau auf künftige Spannungen empfinden könnten.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Face Off: China, the United States, and Taiwan's Democratization
Die ersten Präsidentschaftswahlen in Taiwan im Jahr 1996 lösten eine militärische Auseinandersetzung zwischen China und den USA aus, die zum größten Einsatz von US-Marineeinheiten in Ostasien seit dem Vietnamkrieg führte. Dieses Buch ist das erste, das die Ursprünge und die dreieckige Dynamik dieser historischen Konfrontation untersucht. Garver analysiert die Schlüsselentscheidungen und Fehleinschätzungen, die zur Krise in der Straße von Taiwan geführt haben, und warnt davor, dass sie eine konfrontativere Ära in den Beziehungen zwischen den USA und China einläuten könnte.
China ist bereits dabei, sich zu einer Wirtschaftsmacht zu entwickeln, und die Befürchtungen, dass es sich zu einer expansiven Militärmacht entwickeln könnte, haben in den letzten Jahren zugenommen, da China seine Streitkräfte seit 1989 rasch aufgerüstet hat. Es hat auch eine selbstbewusstere Haltung in mehreren territorialen Streitigkeiten mit seinen Nachbarn eingenommen, was neue Sicherheitsbedenken für ganz Asien hervorgerufen hat.
Als China versuchte, Taiwans Wähler einzuschüchtern, indem es in der Zeit vor den Wahlen 1996 Raketen abfeuerte und groß angelegte Militärübungen vor seinen Küsten durchführte, entsandten die USA zwei Flugzeugträger-Kampfgruppen nach Taiwan. Das Prestige aller Seiten stand auf dem Spiel, da mächtige innenpolitische Interessen eine selbstbewusste Haltung erforderten. Schließlich nahm China eine vorsichtigere Haltung ein und die Krise ging vorüber. Sie markierte jedoch den ersten Fall von chinesischem nuklearem Zwang gegenüber den USA und verlieh der "chinesischen Bedrohung" in den USA und anderswo in Asien neue Glaubwürdigkeit.
Der Autor beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Taiwan-Frage und hat die Entwicklung und den Höhepunkt der Demokratisierung Taiwans aus erster Hand miterlebt. Diese nüchterne, reife Reflexion jahrzehntelanger Überlegungen wird die Debatte über die "chinesische Bedrohung" und die Zukunft der Beziehungen zwischen China und den USA mit Sicherheit bereichern.