Bewertung:

Familie in sechs Tönen ist ein Doppelmemoir von der vietnamesischen Flüchtlingstochter Lan Cao und ihrer amerikanischen Tochter Harlan, die ihre Kämpfe mit Identität, Kultur und Familienbanden über Generationen hinweg erkunden. Das Buch bietet einen ergreifenden Einblick in ihre jeweilige Reise von Vietnam nach Amerika und in die Komplexität ihrer Mutter-Tochter-Beziehung.
Vorteile:Die Memoiren werden für ihren herzlichen und anregenden Schreibstil gelobt, der Einblicke in die Erfahrungen der Einwanderer, die Familiendynamik und das Aufeinanderprallen der Kulturen gewährt. Die Leserinnen und Leser schätzen die doppelte Perspektive von Mutter und Tochter und finden ihre Erzählungen nachvollziehbar und ehrlich. Die Themen Resilienz und die Erforschung von Trauma und Identität finden bei vielen Lesern Anklang und machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre.
Nachteile:Einige Leserinnen und Leser sind enttäuscht, dass Lans Geschichte nicht stärker in den Mittelpunkt gerückt wurde, weil sie den Eindruck hatten, dass Harlans Beiträge zu oberflächlich oder zu wenig entwickelt waren. Andere erwähnen, dass Harlans Erfahrungen zwar nachvollziehbar sind, aber im Vergleich zur reichhaltigeren Erzählung ihrer Mutter als „dünn“ empfunden werden könnten.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
Family in Six Tones: A Refugee Mother, an American Daughter
Ein brillantes Duett und eine bewegende Erkundung der Erfahrung amerikanischer Einwanderer. --Ruth Ozeki, Autorin von A Tale for the Time Being
Ein doppelter Ich-Erinnerungsroman der gefeierten vietnamesisch-amerikanischen Schriftstellerin und ihrer durch und durch amerikanischen Tochter im Teenageralter
1975 bestieg die dreizehnjährige Lan Cao in Saigon ein Flugzeug und stieg in einer Welt aus, in der sie Gastgebern begegnete, die sie noch nie zuvor gesehen hatte, eine Sprache, die sie nicht sprach, und Essen, das sie nicht kannte, mit der schwachen Hoffnung, bald nach Hause gehen zu können. Lan kämpfte sich durch die Verwirrung und den Rassismus, um eine erfolgreiche Anwältin und Schriftstellerin zu werden. Vier Jahrzehnte später stand sie vor der größten Herausforderung ihres Lebens: der Erziehung ihrer Tochter Harlan - von Geburt an zur Hälfte Vietnamesin und von ihrer Neigung her zu 100 Prozent ein amerikanischer Teenager. In ihren lyrischen gemeinsamen Memoiren, die abwechselnd erzählt werden, stellen sich Mutter und Tochter alters- und ethnienübergreifend den schwierigsten Fragen zu Assimilation, Streben und Familie.
Lan ringt nicht nur mit ihrer Identität als Einwanderin, sondern auch als Flüchtling vor einem unpopulären Krieg. Sie hat bigotte Lehrer, die sie im Klassenzimmer unterminieren, und quälende innere Dämonen, aber sie schafft es - entweder trotz oder wegen der Arbeitsmoral und der engen Unterstützung einer traditionellen vietnamesischen Familie, die in einer amerikanischen Kleinstadt ums Überleben kämpft. Lan hat Ambitionen, für sich selbst und für ihre Tochter, aber selbst als Erwachsene fühlt sie sich unsicher, was ihren Platz in ihrem Adoptivland angeht, und wagt sich durch die Mutterschaft, als sei es eine fremde Landschaft.
Indem sie die Erzählung ihrer Mutter reflektiert und bricht, beschreibt Harlan leidenschaftlich die Übergangsriten der Kindheit und Jugend, gefiltert durch die Nachwirkungen der Geschichte ihrer Familie, die von Krieg, Tragödie und Migration geprägt ist. Harlans Kampf, in der High School Freunde zu finden, fordert ihre Mutter heraus, sich zurückzuziehen und ihre Tochter ihren eigenen Weg finden zu lassen.
Family in Six Tones erzählt sowohl von den einzigartigen Kämpfen der Flüchtlinge als auch von dem universellen Tauziehen zwischen Müttern und Töchtern. Die Reise eines Einwanderers - weg von Krieg und Verlust, hin zu Frieden und einem neuen Leben - und die Reise einer Mutter, die ihr Kind aufzieht, damit es sicher und glücklich ist, sind beides steile Wege voller Umwege und Stolpersteine. Durch explosive Kämpfe und schmerzhafte Rückschläge hindurch suchen Mutter und Tochter nach einem Weg, die Vergangenheit zu akzeptieren und sich gemeinsam der Zukunft zu stellen.