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Fiction and History in England, 1066-1200
In den anderthalb Jahrhunderten nach der normannischen Eroberung von 1066 kam es in England zu einer explosionsartigen Zunahme der lateinischen und volkssprachlichen Geschichtsschreibung, während mit der Entstehung des Romanzengenres die fiktionale Erzählung neu erfunden wurde.
Während Kritiker diese Entwicklungen als Teil eines den Ärmelkanal übergreifenden Phänomens betrachtet haben, vertritt Laura Ashe die Ansicht, dass sich in den Schriften Englands während dieser Zeit ein wirklich eigener Charakter finden lässt. Anhand eines breiten Spektrums historischer, rechtlicher und kultureller Zusammenhänge erörtert sie, wie die Schriftsteller die Eroberung verarbeiteten und ihr Identitätsgefühl als neues, geeintes "englisches" Volk mit einer eigenen Nationalliteratur und -kultur wiederherstellten, und zwar in einer Weise, die die gesamte spätere mittelalterliche englische Literatur beeinflussen sollte.
Diese Studie eröffnet neue Wege, die Texte nach der Eroberung in Bezug auf die Entwicklungen in der politischen und rechtlichen Geschichte und in Bezug auf ihren Platz im englischen Mittelalter insgesamt zu lesen.