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Transient Workspaces: Technologies of Everyday Innovation in Zimbabwe
Ein Bericht über Technologie in Afrika aus afrikanischer Sicht, der die Jagd in Simbabwe als Beispiel für einen innovativen mobilen Arbeitsbereich untersucht.
In diesem Buch betrachtet Clapperton Mavhunga die Technologie in Afrika aus einer afrikanischen Perspektive. Technologie ist in seiner Darstellung nicht immer etwas, das von außen kommt, sondern auch etwas, das die Menschen verstehen, herstellen und durch ihre alltäglichen Innovationen oder ihre Kreativität praktizieren - einschließlich der Dinge, die nur wenige als technologisch ansehen würden. Technologie entsteht nicht immer in einem Labor in einem westlichen Gebäude, sondern auch in der Gesellschaft, im Wald, auf dem Feld und an anderen Orten, wo Wissen geschaffen und in praktische Ergebnisse umgesetzt wird.
Afrikanische Kreativitäten finden sich in afrikanischen Mobilitäten wieder. Mavhunga zeigt, dass die Bewegung von Menschen nicht nur ein Transportmittel im Raum ist, sondern ein vorübergehender Arbeitsraum. Am Beispiel der indigenen Jagd in Simbabwe untersucht er afrikanische Philosophien von Mobilität als spirituell geleitet und vom Wald als heiligem Raum. Indem er die Jagd als geführte Mobilität betrachtet, geht Mavhunga der interessanten Frage nach, was Technologie unter spirituellen Regimen ausmacht. Er beschreibt, wie afrikanische Jäger ihre Wissenstraditionen ausweiteten, um das Gewehr zu domestizieren, wie europäische Kolonisatoren, die kein eigenes Heilmittel besaßen, indigene Jäger um Hilfe bei der Bekämpfung der tödlichen Tsetsefliege baten, und untersucht, wie Regime zum Schutz der Wildtiere die afrikanische Jagd kriminalisiert haben, anstatt die Jäger (und ihr Wissen) als Verbündete für die Nachhaltigkeit der Wildtiere zu gewinnen. Die Jagd, schreibt Mavhunga, ist eine von vielen kriminalisierten Kenntnissen und Praktiken, auf die sich afrikanische Menschen in Zeiten wirtschaftlicher oder politischer Krisen berufen. Er argumentiert, dass diese Praktiken entkriminalisiert und als Technologien der alltäglichen Innovation mit Blick auf ein konstruktives Engagement untersucht werden müssen, um mit den Afrikanern und nicht für sie innovativ zu sein.