Bewertung:

Das Buch von Jans Wager bietet eine akademische Untersuchung des Film Noir und des Neo Noir und präsentiert faszinierende Einblicke in die Darstellung von Frauen, insbesondere der Femme fatale. Die Autorin erörtert die historische Abwesenheit von Afroamerikanern im Film Noir und kategorisiert moderne Filme in Retro Noir und Neo Noir auf der Grundlage der weiblichen Handlungsfähigkeit. Der Schreibstil ist zwar informativ, aber aufgrund des akademischen Tons und der feministischen Perspektive möglicherweise nicht für alle Leser geeignet.
Vorteile:Das Buch bietet einzigartige Einblicke in die Rolle der Femme fatale, erörtert die Darstellung von Afroamerikanern im Film Noir, macht überzeugende Unterscheidungen zwischen Retro Noir und Neo Noir und bietet durchdachte Kommentare für Film-Noir-Fans.
Nachteile:Der Schreibstil kann übermäßig akademisch sein und könnte einige Leser abschrecken; er hat auch eine ausgeprägte antikapitalistische und feministische Tendenz, die nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen dürfte.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Dames in the Driver's Seat: Rereading Film Noir
Mit seinem Schwerpunkt auf gefährlichen, entschlossenen Femmes fatales, hartgesottenen Detektiven und Verbrechen, die fast, aber nie ganz gelingen, ist der Film Noir seit langem bei Kinobesuchern und Filmkritikern gleichermaßen beliebt. Der Film Noir war in den Jahren 1941-1958 ein Grundpfeiler des klassischen Hollywood-Films und erfreut sich seit den 1990er Jahren wieder wachsender Beliebtheit.
Dames in the Driver's Seat bietet einen neuen Blick auf den klassischen und den zeitgenössischen Film Noir durch die Brille von Geschlecht, Klasse und Ethnie. Jans Wager analysiert, wie Veränderungen in der Darstellung von Frauen- und Männerrollen, Klassenstatus und rassischen Identitäten im Film Noir die Veränderungen in einer Kultur widerspiegeln, die heute oft als postmodern und postfeministisch bezeichnet wird. Nach einleitenden Kapiteln, die die theoretische Grundlage für ihre Argumente bilden, beschäftigt sich Wager mit den klassischen Noirs The Killers, Out of the Past und Kiss Me Deadly sowie den zeitgenössischen Noirs L.
A. Confidential, Mulholland Falls, Fight Club, Twilight, Fargo und Jackie Brown.
Wager unterteilt die neueren Filme in Retro-Noir (in der Gegenwart gedreht, aber in den 1940er und 1950er Jahren angesiedelt) und Neo-Noir (in der Gegenwart gedreht und angesiedelt, aber narrativ oder stilistisch an den klassischen Noir angelehnt). Ihre aufmerksame Lektüre dieser Filme geht über frühere Noir-Studien hinaus und zeigt, dass Retro-Noir-Filme eine reaktionäre soziale Funktion erfüllen, indem sie nostalgisch auf überholte Geschlechterrollen und Rassenbeziehungen zurückblicken, während Neo-Noir-Filme oft revidierende Darstellungen von Frauen, aber nicht unbedingt von People of Color bieten.