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Women of the Depression
Schon vor der Depression litten viele Frauen in San Antonio, damals eine der ärmsten Städte Amerikas, unter Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen, schlechten Wohnverhältnissen und schlechter Gesundheit. Aufgrund von Traditionen, Vorurteilen oder Gesetzen in drei verschiedene Gemeinschaften - Mexikanerinnen, Anglos und Afroamerikanerinnen - aufgeteilt, sahen sich die Frauen in San Antonio mit Schwierigkeiten konfrontiert, die sowohl auf ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation als auch auf ihrer Identifikation mit einer bestimmten Rasse oder ethnischen Gruppe beruhten.
Women of the Depression, erstmals 1984 veröffentlicht, ist eine einzigartige Studie über das Leben in einer Stadt, deren Gesellschaft eher durch das Konzept der Kaste als durch das der Klasse gespalten war. Die Kaste wurde durch die Identifikation mit einer bestimmten ethnischen oder rassischen Gruppe verliehen und bestimmte fast jeden Aspekt des Lebens der Frauen. Die Historikerin Julia Kirk Blackwelder zeigt, dass das San Antonio der Depressionszeit mit seiner mehrheitlich mexikanisch-amerikanischen Bevölkerung, seiner starken Abhängigkeit vom Tourismus und der Leichtindustrie und seiner Vorherrschaft durch eine englische Elite insgesamt anders gelitten hat als andere amerikanische Städte. Der Verlust der Arbeit in der Landwirtschaft trieb Tausende von mexikanischen Amerikanern in die Barrios im Westen San Antonios, und die Angst vor Deportation hielt viele mexikanische Amerikaner davon ab, öffentliche oder private Hilfe in Anspruch zu nehmen, zumal in den 1930er Jahren ein starker Eifer für die Repatriierung herrschte.
Die Autorin kombiniert Auszüge aus persönlichen Briefen, Tagebüchern und Interviews mit Statistiken der Regierung, um einen kollektiven Blick auf Diskriminierung und Kultur und die Stärke beider im Angesicht der Krise zu vermitteln.