
Peace Enforcement: The United Nations Experience in Congo, Somalia, and Bosnia
Die Vereinten Nationen werden immer häufiger aufgefordert, sich an Situationen zu beteiligen, die zwischen friedenserhaltenden und vollumfänglichen Durchsetzungsmaßnahmen liegen, wie etwa in Korea in den 1950er Jahren und am Persischen Golf 1991. Solche Einsätze werden inzwischen als friedenserzwingende Maßnahmen bezeichnet. Es werden drei Fallstudien untersucht, in denen die Vereinten Nationen diese Art von Streitkräften eingesetzt haben: die UN-Operation im Kongo (ONUC) Anfang der 1960er Jahre
die UN-Operationen in Somalia (UNITAF und UNOSOM)
und die Mission in Bosnien (UNPROFOR). Bisher gab es keine einzige Untersuchung, die diese drei Fallstudien unter dem Gesichtspunkt der Vor- und Nachteile des Einsatzes von Peace Enforcement als Mittel zur Bewältigung internationaler Friedens- und Sicherheitsfragen betrachtet hätte.
Nach sorgfältiger Prüfung kommt Boulden zu dem Schluss, dass die Friedenserzwingung zwar problematisch, aber ein potenziell brauchbares Instrument für die Vereinten Nationen ist. Die Durchführung von friedenserzwingenden Maßnahmen stellt die Vereinten Nationen jedoch vor eine Reihe komplizierter Herausforderungen. Drei Faktoren können das Ergebnis solcher Operationen beeinflussen. Ohne ein angemessenes Mandat und - was am wichtigsten ist - ohne ausreichende Ressourcen ist die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs gering. Darüber hinaus ist die Wahrung der Unparteilichkeit bei der Durchführung der Operation (im Gegensatz zu der Frage, ob das Mandat selbst unparteiisch ist oder nicht) entscheidend für die Chancen auf ein positives Ergebnis. Insgesamt muss sich der Sicherheitsrat der potenziellen Schwierigkeiten, die mit Mandaten zur Durchsetzung des Friedens verbunden sind, stärker bewusst sein und dementsprechend bei der Planung und Überwachung dieser Operationen mehr Sorgfalt walten lassen.