Bewertung:

Das Buch 'End of a Myth' stellt die Vorstellung in Frage, dass die amerikanische Besatzung Japans einen soliden Rahmen für die Religionsfreiheit geschaffen hat. Es bietet eine detaillierte Untersuchung des historischen Kontextes Japans in Bezug auf die Religionsfreiheit und den Einfluss der amerikanischen Politik während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Autorin dekonstruiert gekonnt Mythen und deckt gleichzeitig komplexe Debatten über Religion, Staatsführung und Menschenrechte auf.
Vorteile:Das Buch bietet eine detaillierte Analyse der Religionsfreiheitsklausel in der japanischen Meiji-Verfassung von 1889, die eine umfassende Untersuchung der historischen Debatten ermöglicht. Es offenbart bisher übersehene Komplexitäten in der amerikanischen Auslegung der Religionsfreiheit und der Konstruktion des „Staats-Shinto“ während der Besatzung. Die Autorin trägt mit ihren detaillierten Angaben und aufschlussreichen Argumenten zu einer fesselnden Erzählung bei und regt zum Nachdenken über weiterreichende Auswirkungen auf die Geschichtsschreibung und die Menschenrechte an.
Nachteile:Einige Leser könnten das Buch aufgrund seiner detaillierten historischen und rechtlichen Analysen als dicht und anspruchsvoll empfinden. Die Komplexität des Themas könnte für diejenigen, die mit dem Kontext der japanisch-amerikanischen Beziehungen oder der Religionswissenschaften nicht vertraut sind, überwältigend sein.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Faking Liberties: Religious Freedom in American-Occupied Japan
Die Religionsfreiheit ist ein Grundprinzip der Vereinigten Staaten, das häufig zur Rechtfertigung der Politik gegenüber anderen Nationen herangezogen wurde. Dies war 1945 der Fall, als die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg Japan besetzten.
Obwohl die japanische Verfassung seit 1889 Religionsfreiheit garantierte, erklärten die Vereinigten Staaten diesen Schutz für unzureichend, und als die Besatzung 1952 endete, behaupteten sie, ihn erfolgreich durch "echte" Religionsfreiheit ersetzt zu haben. Anhand einer neuen Analyse des japanischen Rechts aus der Vorkriegszeit zeigt Jolyon Baraka Thomas, dass die triumphale Darstellung der Besatzer wichtige politische Debatten in Japan über die Religionsfreiheit verschleiert hat. In der Tat zeigt Thomas, dass auch die amerikanischen Besatzer in dieser Frage vehement widersprachen.
Indem er diese lebhaften Debatten rekonstruiert, stellt Faking Liberties jede Vorstellung von amerikanischer Urheberschaft und Auferlegung der Religionsfreiheit in Frage. Stattdessen zeigt Thomas, dass während der Besatzung ein Dialog über die Religionsfreiheit stattfand, der neue globale politische Normen hervorbrachte, die auch heute noch die Politik prägen.